Veröffentlicht am November 9, 2009 von Julica Jungehuelsing
Nur eine Woche bleibt uns die Kunst auf Klippen und Strand noch erhalten, und am Wochenende sahen wir in Bondi dann, logisch, so eine Art Massenpilgerung über den ohnenin nicht unbeliebten Küstenwanderweg.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sportliche locals glauben können, dass es eine gute Idee wäre, sich auch an solchen Tagen zur gewohnten Uhrzeit zu ihrem regelmäßigen Jogging von Bondi nach Bronte aufzumachen. Nee, nee, das denk ich mir jetzt nicht aus, das versuchen die wirklich. Und quälen sich dann im mehr-Stop-als Go-Tempo durch die Horden. Muss sich ungefähr so befreiend anfühlen, wie in einem Reisekoffer Skateboard zu fahren. However.
Die Skulptur von Greg Johns rechts fand ich schon beim Aufbau mit Meerblick und Segelyacht im Hintergrund klasse. Auf meinem Massenfoto (s.o.) hab ich eben entdeckt, dass sie von weitem völlig anders aussieht. Wahrscheinlich hat sie deshalb den bedeutungsreichen Namen pattern III. Oder weil es sie dreimal gibt und je 87500 AUS $ kostet (falls das Kunst – & kaufinteressierte Beachblogleser interessiert ;-) Die bunten Fahnen sind übrigens von einem Argentinier, Alejandro Propato, und ich weiß jetzt schon, dass wir das herrliche Geflatter ab nächste Woche schwer vermissen werden.
Auch sonst hatte Bondi es am Wochenende wieder rasant in sich. Mein liebster Fleck war am Samstag ein paar Stunden lang der Rasen im Süden. Da lief sich die Single Fin Surf Competition der Bondi Boardriders warm. Mit nur einer Finne (in eher mäßigen Bedingungen) gut zu surfen ist dabei die eine, gar nicht so einfache Sache. Die anderen sind: laut angezogen sein, den Könnern im Wasser zu applaudieren und sich unter einer Open-Air-Glamourkugel kugelig zu amüsieren. Dabei ist irgendwie alles sehr retro (genauer: sehr 1970s) und zur Abwechselung muss man weder 1500-$-Baby-Trolleys bestaunen, noch sich Sorgen um Geschmack, Kleidung oder Frisur machen ;-) Obgleich Bondi u n d Wochenende ist. Alles ist erlaubt. Herrlich! Schönen Montag allerseits! 
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Veröffentlicht am November 5, 2009 von Julica Jungehuelsing
Die Kunst hatte Pause heute im Beachblogbüro, dafür gab es Action, Profisurfer zum Anfassen und, ok, auch recht kunstvoll modelliert: die Skulptur eines harpunierten Wals am Strand. Der Wind blies onshore, es regnete ein bisschen, aber gut 100 Surfer paddelten trotzdem am Ben Buckler Ende des Strandes raus, um Dave Rastovich willkommen zu heißen.
Der Profisurfer und sein Team stachen vor gut einem Monat in Byron Bay zu einer epischen Paddeltour in See und folgten mit ihren roten Kajaks den nach Süden wandernden Buckelwalen. Die Idee: dabei gegen deren Gefährdung und Abschlachten zu protestieren. Die Bilder die unterwegs entstanden sind auf der Transparent Sea Seite veröffentlicht, klick lohnt sich, sie gehören zu den beeindruckendsten, die ich in letzter Zeit von auftauchenden Walen gesehen habe (die surfenden Delfine sind auch großartig).
700 Kilometer weiter südlich landeten Rasta und sein Team also heute Morgen in Bondi, wo wir sie surfend und begleitet von Kamerasirren, Helikoptern und Medienwirbel begrüßten. 24 000 Delfine und 1000 Wale töten allein Japans Walfänger jedes Jahr. Rasta und Team wollten mit ihrer Paddel-Segel-Surf-Kajaktour (selten so geniale Gefährte gesehen) unter anderem Australiens Regierung an ihr Versprechen erinnern, das nicht mehr hinzunehmen.
Als Surfer for Cetaceans agieren sie auch sonst für den Schutz der Meere. Nebenbei gab Rasta den Medien noch ein paar warme Worte zum Thema Müll im Meer und an Stränden mit auf den Weg. Zwischen Byron Bay und Bondi hatten die Paddler absurde Mengen Plastikflaschen und Tüten im Ozean und an der Küste gesehen. Nicht wirklich überraschend: Hier wird einem nach wie vor an jeder Ladenkasse jeder Schokoriegel in Extraplastik gestopft wenn man nicht aufpasst. 3,9 Milliarden (wow, was für eine Zahl) Tüten schleppen 21 Mio Ozzies pro Jahr nach Hause. Ex-Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett, hat zwar mal kurz erwogen, was dagegen zu tun. Passiert ist nix, schade eigentlich, wo er als Umweltminister ja eventuell was zu sagen hätte und 8 von 10 Australiern gegen den Plastikwahn sind… Äh, wie kam ich jetzt noch gleich von den Walen zu den Tüten? Ach ja, genau: das Meer, da (ver)enden sie eben früher oder später alle. Reichlich Zahlengut für einen normalen Donnerstag, ich weiß, in den nächsten Tagen gibt’s dafür wieder einen Blick auf relativ unpolitische Klippenkunst, versprochen.

Beachblogreporter beim warm-up © POH
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Veröffentlicht am November 3, 2009 von Julica Jungehuelsing
Ein Pferd namens Shocking hat vorhin den Melbourne Cup (auch bekannt als ‘The Race that stops a nation’) gewonnen. In der Tat stoppten die meisten fast alles und feierten Wettgewinne oder ertränkten Frust über -verluste. Insgesamt verspielten Australier heute schlappe 150 Millionen AUS $. Ab dafür. Was mich bei dem Rennen immer fasziniert ist, wie ein so ernsthaftes Millionen-Unternehmen Tiere mit so albernen Namen produzieren kann: Shocking hieß also der Sieger, als zweites Pferd rannte „Crime Scene“ ins Ziel. Ein Galopper hieß wahrhaft Alcopop. Mon dieu.

Sexy: Ein Strand wird Mülleimer © jj
Später am Strand waren dann all die Namen wiederzufinden. Seit Waverley Council beschlossen hat, dass Strandgänger irgendwie alle irre umweltbewusst sind und keine Abfalleimer brauchen sieht die beliebteste, sandige Müllkippe des Kontinents gerne aus wie auf dem Bild oben: eine Shocking Crime Scene full of Alcopops. Ok, ok, das war ein Scherz mit Doppelaxel? Stimmt, aber ich konnte mich einfach nicht beherrschen ;-)
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Veröffentlicht am November 1, 2009 von Julica Jungehuelsing

wenn das mal gut geht...
Kurz dachte ich gestern, es könnte auch eine Marketing-Idee sein: Hose aus, Hose an, Hose aus. Aber die Skulptur-Ausstellung wird auch ohne derlei Tricks von ihrer eigenen Beliebtheit überwältig. Sie braucht wirklich keine Extra-Werbung. Zuletzt wurde dem Künstler das ganze Theater zu blöd. Gestern früh gegen 7.30 zog jedenfalls Paul Trefry seinem Little Boy Lost die Badehose wieder aus, säuberte die überlebensgroße Skulptur und ließ der Dinge ihren Lauf. „Die ganze Geschichte ist doch total albern“, meinte Trefry zum SMH. „Wir werden langsam zu einer Gesellschaft in der alles und jedes zensiert wird.“ Dann empfahl er noch jenen, die ein Plastikgenital irgendwie irritiert, einfach nicht drum rum zulaufen, sondern es nur von hinten anzusehen. Die meisten Kunstspaziergänger taten das Gegenteil: Little Boy wurde rasch zum begehrten Foto-Partner. Wir bleiben dran.
Oder um es mit der eye sea you Skulptur von Tim & Shayn Amber Wetherell zu sagen: Ich halt die Augen offen…

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Veröffentlicht am Oktober 30, 2009 von Julica Jungehuelsing
Sehr, sehr blauer Himmel heute, extrem angehme 25 Grad. Wer’s gut hat, schwimmt an so einem Tag mit 20 oder mehr Delfinen in Tamarama (mit echten, keine Plastiken und Badeanzüge hatten die auch nicht an), studiert mit den Zehen die Körnigkeit des Sandes oder holt sich wenigstens einen frühlingshaften Mini-Sonnebrand auf die Ohren. Kurz: der 30.10. war hier unten überhaupt kein Tag für den Schreibtisch.
Mir hat trotzdem leider und seltsamerweise niemand frei gegeben, und der gegen Entgeld zu produzierende Wortbrei benimmt sich zäh. Daher nur schnell einen Blick auf den Hügel an Bondis Südzipfel: Da rotiert die Skulptur Morpheus des Neuseländers Phil Price so ungemein elegant im Wind, dass ich es schnell teilen musste. More soon, back to work.
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Veröffentlicht am Oktober 29, 2009 von Julica Jungehuelsing

Little Boy Lost © jj
Nackt ist in Australien nach wie vor, sagen wir = schwierig bis skandalös. Selbst wenn es um einen etwa dreijährigen Nackedei am Strand geht, äh, sorry: einen Dreijähriger aus Plastik am Strand. Der ‘Little Boy Lost’ Skulptur, Paul Trefrys Beitrag zur Sculpture by the Sea 09 in Tamarama, wurde jedenfalls eine Badehose verpasst. Und zwar noch ehe sich jemand über „shameless nudity“ beschweren konnte. Wenn das nicht das schönste Beispiel für die gute alte Schere im Kopf ist! Ausstellungs-Organisator David Handley: „Manche Besucher könnten den Anblick anstößig finden, und wer weiß, wenn Familien kommen was die dann denken.“ Ja, wer weiß schon, was Familien so denken…
Aber wer je gesehen hat, wie Australierinnen nach dem Schwimmen ihre trockene Klamotten über nasses Badezeug ziehen – nur um zu vermeiden, sich etwa hinterm Handtuch oder in der Umkleide aus- und anziehen zu müssen wundert sich nur ein ganz bisschen über derlei Prüderie im 21. Jahrhundert.
Wer sich in Bondi oben ohne sonnt, ist auch auch im Sommer 2009 mit 99 prozentiger Garantie eine europäische Touristin. Such is life. G-String-Bikini, Dekolletee bis zum Nabel und Super-Miniröcke abends in der Bar sind völlig ok. Nach dem Schwimmen im Schutz der Umkleide indes nackt zu duschen deutlich dubios. Bin gespannt, wie oft der arme Lost Boy in Tamarama (wie er ohne aussieht kann man übrigens hier sehen) seine Speedos in nächtlichen Scherenattacken verlieren wird.
Stephen King’s acht Damen aus Holz im Mark’s Park zwischen Tama und Bondi dürfen noch ohne Bikini über die Klippen gucken. Mal sehen wie lange das gut geht.

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Veröffentlicht am Oktober 28, 2009 von Julica Jungehuelsing
Sie sind - fast fertig – die 100 Skulpturen, die in den nächsten 2 Wochen zwischen Tamarama und Bondi für eine Massenpilgerung zur Open Air Kunst sorgen werden. Sculpture by the Sea 09 in Bondi fängt zwar erst morgen offiziell an, aber ich musste unbedingt heute eine kleine Blitzkostprobe nehmen.
Hat sich gelohnt. Es wurde noch ganz schön hart gearbeitet und gewerkelt auf den Klippen, Kunst bemalt, Kunst ausgepackt, Kunst im Wasser versenkt – Aber dabei zuzusehen macht eindeutig auch Spass.
Im Tamarama Park nippten unter dessen künftige Käufer / Sponsoren / Honoratioren schon mal am französischen Champagner. Und ich bekam wie üblich nicht die Finger vom Auslöser. klicklicklick.
Also, tant pis und sorry schon mal an alle Skulpturenhasser in der geneigten Beachblog-Leserschaft: In den nächsten Tagen gibt’s noch mehr Kunst am Meer! (Dann liefere ich auch ein paar Namen von Künstlern nach, es sind wirklich geniale Sachen zu sehen!)

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Veröffentlicht am Oktober 26, 2009 von Julica Jungehuelsing
Europa hat vor gestellt und OZ unlängst zurück (oder umgekehrt?), auf jeden Fall ist es jetzt in Bondi länger hell und in Berlin früher dunkel. Deshalb ist es in Sydney jetzt 10 Stunden später als in Stralsund, und wer immer noch nicht weiß, was die Stunde geschlagen hat, guckt auf der Weltzeituhr nach. Das lokalpatriotische Zeitmessgerät oben stammt übrigens aus dem kultigen Remo Laden an der Bondi Road, der kurioseste Dinge verkauft, vor allem aber verschickt.(‘Remo war schon online ehe es www gab’). 
Allerdings wechselt das Sortiment ständig, nicht zuletzt weil Leute Sachen selbst entwerfen können, und ob’s die schicke Bondi-Wand-Uhr immer noch gibt, weiß ich nun wirklich nicht. Aber dafür haben Laden und Webseite reichlich Shirts für Bondi-Fans und andere Leute, die den Schriftzug ihres liebsten Strandstadtteils – auch Bronte und Tamarama sind im Angebot – gern auf der Brust tragen. Die Rückseite ziert jeweils, logisch, die heiß begehrte Postleitzahl…
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Veröffentlicht am Oktober 23, 2009 von Julica Jungehuelsing
Manchmal machen Farben froh, finde ich. Dieses türkis heute im Icebergs-Becken (Bahn 1 und 2) zum Beispiel. Abgesehen von der schönen Klarheit war das Nass a) salzig und b) gigantische fast 20 Grad. Schönes Wochenende!
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Veröffentlicht am Oktober 21, 2009 von Julica Jungehuelsing
Dauergast auf dem Promenadenparkplatz ist derzeit der Spaceshuttle aus Victoria. Meist parkt er andersrum, hat die Hintertür gen Wasser geöffnet und hält Hof. Kaum jemand geht vorbei, ohne einen Kommentar abzusondern, ich tippe, er macht im Schnitt 40 neue Freunde pro Tag. Ist aber ja auch ein bemerkenswertes Raumschiff, dass er da steuert.
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Veröffentlicht am Oktober 9, 2009 von Julica Jungehuelsing

Da draußen surfen im Moment nur die Delfine richtig gut. Die hatten gestern einen echten Spaß- und Sprungtag in den Monsterwellen. Zweibeiner, die sich in diese aufgewirbelte Salzsandsoße von etwa 8 Fuß Höhe rauswagen, brauchen entweder extreme Adrenalinkicks oder sind süchtig nach Paddeltraining in pfeifendem Sturm.
Vom Land aus betrachtet sieht aber klasse aus, was das Meer grade so anstellt. Touristen sind wie es sich für Touristen gehört, natürlich unglücklich über die Schauer derzeit. Irgendwie scheint es für viele im Urlaub nach wie vor ausschließlich um eines zu gehen: Um Wetter, ’gutes’ Wetter natürlich. Wenn es irgendwen tröstet: Die meisten Einheimischen halten den Regen nach Monaten der Supertrockenheit für durchaus gutes Wetter. Vielleicht kommen wir so irgendwie noch drum rum, die vorhergesagte schlimmste Waldbrandsaison seit Jahren zu erleben.
Ok, ein paar Grad wärmer darf es schon wieder werden, die 12 C fühlten sich gestern wirklich arg winterlich an. Schönes Wochenende!
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Veröffentlicht am September 30, 2009 von Julica Jungehuelsing
Werbung ist ja ohnehin eine tolle Sache, aber wenn in OZ Tourismus beworben wird, ist die Kreativität kaum mehr zu stoppen. Das hat ja zuletzt die „best Job in the World„- Kampagne der Queenslander bewiesen: Ich glaube es gab weltweit niemanden, der sich nicht auf den Job des Inselhüters mit Macbook bewerben wollte.
Jetzt musste Neusüdwales irgendwie nachziehen und hat auch eine neue Kampagne: Gestern hat Tourismusministerin Jodi McKay bei einer Strandparty in Manly New South Wales zur ‘Surfhauptstadt Australiens‘ erklärt. Ich finde ja, dass ein Bundesland nicht gleichzeitig eine Hauptstadt sein kann, aber ich habe vermutlich auch gerade eine extrem engstirnige, erbsenzählerische Woche. Also sind wir Neusüdwaliser jetzt eben allesamt Surfhauptstädter. Und wollen, dass alle Besucher und Leute, die früher joggten, ritten oder schwammen eben auch surfen. Why not? Ist ja (jenseits von Bondi jedenfalls) durchaus noch hier und da Platz im Wasser. Laut realsurf.com sind 77 von Australiens 100 Top-Surf-Stränden in NSW. Statistiken sind super, oder? Mir ist ja absolut rätselhaft, wer da loszieht und sowas ausrechnet, but well, fine with me. Ich geh’ trotzdem glaube ich lieber ne Runde surfen als zählen, uge meint, der swell würde morgen verschwinden. Surfing capital hin oder her. c u later.
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Veröffentlicht am September 23, 2009 von Julica Jungehuelsing

Leihfoto vom Hafen, auf meinen von Bondi war nix als Staub, s. u.
Atemraubend und etwas gruselig. Ein Sonnenaufgang in Dunkelrot bis Orange, kaum mehr zu sehen als – ja eigentlich war nichts zu sehen heute morgen, außer feinem Staub und rotem Licht. Der Staub wehte als dichte, zigtonnenschwere Wolke über Sydney und Umgebung und legte einiges lahm: Atemwege, Fähren, Flüge. Autos verschwanden unter dicken Dreckschichten, vor der Tür in Bondi lag roter Staub als Gruß aus dem dürretrockenen Hinterland.
ABC hat die Situation gut eingefangen (Video rechts), der Daily Terror ebenfalls. Beachblog- Gastkorrespondentin Bettina K. lieferte aus dem Stadteil Tempe ein paar fürwahr sehenswert rote Aufnahmen. So, und jetzt mach ich mal die Fenster wieder zu, dichte die Türspalten schön ab und hör auf zu husten.

Staubsturm über Ben Buckler, Bondi © jj
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Veröffentlicht am September 22, 2009 von Julica Jungehuelsing
Viele Menschen meinen, wer in Bondi Beach wohnt, sei rund um die Uhr umgeben von gut aussehenden, mindestens ebenso gut gebauten und kaum bekleideten Strandadonissen. Und das ist natürlich auch so. Naja, fast. Seit monatlich neue Tättowierstuben aufmachen, kommen die Beach Boys auch zunehmend farbenfroh daher. Die Aufnahme oben zeigt übrigens keine Australier, sondern Besucher aus englisch sprachigen Ländern der Nordhalbkugel am Strand von Tamarama. Heute war es 32 Grad in Sydney, „12 above average“ wie der Wetterfrosch lakonisch vermerkte. Das klingt toll, aber viele sorgen sich, wie brandgefährlich erst der Sommer werden mag, wenn das hier nur der Frühling ist…
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Veröffentlicht am September 16, 2009 von Julica Jungehuelsing
… tummeln sich in Bondi derzeit eindeutig auf der Wand hinterm Babypool. Obgleich: Der Nachwuchs des Blue Groper, den wir neulich am Ben Buckler Ende beim Durch-die-Buchtschwimmen (ganz schön komplizierter Ausdruck für einen simplen bayswim) gesehen haben, war auch sehr hübsch! Und blau, was jetzt normal klingt, ist es aber nicht: Blue Groper sind wie viele Lippfische eigentümliche Gesellen: Sie werden alle als Weibchen geboren und sind in der Phase eher bräunlich bis rosa. Einige werden dann später zum Männchen und blau. Ich wette, das hilft ungemein bei der Vermeidung klassischer Mars-Venus-Probleme. Weil’s so schön ist, hier noch ein Groper-Foto von zwei Tauchfreaks, die wenn sie über Wasser sind ein sehr nettes B & B in Byron Bay betreiben.
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Veröffentlicht am September 14, 2009 von Julica Jungehuelsing
Ich bin nicht ganz sicher ob noch ein einziger Mensch mehr nach Bondi gepasst hätte gestern, eigentlich hätte gegen 11 dicht gemacht werden müssen, Vielleicht per Schild oben an der Bondi Road “closed wg overpopularity“. 30 Grad im September, blauer Himmel und – Himmeldieberge – alle wirklich alle kamen, natürlich per Auto.
Aber am Himmel war durchaus noch ein bisschen Platz beim Festival of the Winds, das die Australian Kite Flyers Society (ja, auch für Drachensteigenlassen gibt es hier einen Verein) jedes Jahr veranstaltet. Mir gefielen die Piratenschiffe am besten, dicht gefolgt vom Riesenoktopus. Ansonsten plädiere ich dafür, dass Bondi für diese Saison genug Veranstaltungen hatte. Kann nicht auch mal was in Maroubra stattfinden, oder in Narrabeen? Wir werden hier sonst bald vor lauter Begeisterung erdrückt. (Noch ein Bild der frohen Strandmassen heute im Modepilot.) Schöne Woche!
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Veröffentlicht am September 10, 2009 von Julica Jungehuelsing
Wassermangel? Nein, nicht wirklich, auf jeden Fall das salzige Nass, das den Pool an Bondi’s Südende füllt, ist nach wie vor reichlich vorhanden. Nur Donnerstag ist Saubertag und da wird geleert, geschrubbt und neu eingelassen. Auch ein interessanter Anblick finde ich. Die Temperatur im Becken wird auch morgen wieder kaum über 15 Grad klettern. But well, derlei Frische weckt rasant auf. Und angesichts der Vorhersage „Friday, sunny 27. Saturday, sunny 27, Monday sunny 27″ (danke uge ) wäre ohnehin völlig unangebracht über Temperaturen zu lamentieren.
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Veröffentlicht am September 9, 2009 von Julica Jungehuelsing
Das hat ja schon wieder nix mit Bondi zu tun? Dochdochdoch, schön abwarten. ‘Leute aus süddeutschem Bundesland haben mehr Spass’ ist das Motto der neuen Trinkanstalt an der Campbell Parade. Mit Geweih, Fähnchen und allem Schnick. Siehe links. Ob mir das passt oder nicht, der Slogan scheint zu wirken, denn der Laden ist ständig rappelvoll. Auch völlig rezessions-unempfindliche Preise ($ 6.80/4 Euro kostet dort ein Glas 300 ml blauweissen Biers) können die Flut mehr oder weniger junger Trinker nicht stoppen. Ein Surfclubfreund (der ungenannt bleiben möchte) hat mir allerdings gesteckt, die Jungs bestellten nur deshalb so viele kleine teure Biere, weil sie dann häufigere Einblicke in die offenherzigen Uniformen der weiblichen Bedienungen werfen können. Eijeijei, da wird für „more fun“ aber auch mit allen Tricks gearbeitet, well, wer’s mag. Summer is near.
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Veröffentlicht am September 7, 2009 von Julica Jungehuelsing

Delfin, Shark Bay, WA, Mai 2009 © Jungehülsing
Mit Porter Ricks und Sandy fing es an. Remember Flipper? (Exkurs in graue Vorzeit: ‘Flipper, Flipper… gleich wird er kohhmmen… der kluge Delfiiin. Wir lieben nur iiihn?’ (Oder so..) 
Richard O’Barry, der Mann, der “Kathy“ alias Flipper in den 1960ern zehn Jahre lang dressiert hat, machte nach dem traurigen Tod des Delfins eine Kehrtwende. Ihm wurde klar, dass Delfine in Gefangenschaft leiden und es keine sonderlich nette Idee ist, sie in kleinen Becken einzusperren und zu blöden Tricks zu zwingen. Das jüngste Werk des zum Wal- und Delfinschützers bekehrten O’Barry („You’re either an activist or an inactivist“) ist jetzt in den Kinos: der unbedingt sehenswerte Dokumentarfilm „The Cove“. Spannend und mit Erfindungsgeist produziert führt ‘The Cove’ in die Bucht von Taiji, Japan, wo jedes Jahr im September zigtausende Delfine zusammengetrieben werden. Einige werden für Delfinarien und Wasserzirkusse ausgewählt, die übrigen gleich abgeschlachtet und für den Verzehr auf japanischen Fischmärkten verladen.
The Cove berichtet von den Intrigen rund um die IWC (International Whaling Commission), davon wie

Indian Ocean Bottlenose, Shark Bay © jj
Regierung und Fischereiverbände versuchen zu verhindern, das bekannt wird was in Taiji passiert. Der Film erzählt auch von anderen Aktivisten – zum Beispiel von australischen Surfern, die gegen das Schlachtfest in Japan protestieren. (In Australien haben diese Wellenreiter anschließend eine eigene Aktionsgruppe zum Thema gegründet, good on them).
Vor allem aber schildert der Film, was in der ansonsten spektakulär schönen Bucht wirklich los ist und wie es O’Barry und Regisseur Louie Psihoyos gelungen ist, das auch zu zeigen: Free-Diver verstecken Audio-Cameras unter Wasser, Special-Effekts-Experten lassen Minifilmgeräte in Felsattrappen verschwinden – ’Versteckte Kamera’ ist nichts dagegen. Damit ist ‘The Cove’ zugleich ein faszinierendes Stück Mediengeschichte.
Wer den Film sieht (und jeder, der sich für Ozeane und deren Inhalte interessiert sollte ihn sehen): bitte nicht beim Abspann rausgehen! Im Nachwort wird gezeigt, dass die Dokumentation offenbar erste Früchte trägt. Was nach der nicht eben leichten Kost des Films eine Spur Hoffnung macht.
In Deutschland und anderswo kommt der Film Mitte September in die Kinos. In Sydney läuft The Cove zur Zeit im Chauvel, im Dendy Newtown und in Manly, im Rest Australiens ebenfalls im guten Lichtspielhaus um die Ecke. Noch ein paar Hintergrundinfos habe ich auf der Savejapandolphins-Seite und in einem älteren Spiegel-Artikel gefunden.
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Veröffentlicht am August 26, 2009 von Julica Jungehuelsing
Flach, still, warm und wellenfrei lag Lake Bondi heute vor uns. Genau der richtige Tag für… ? Richtig: für SUP – Ein neuer Trend mit alten Wurzeln, den der Beachblog natürlich um keinen Preis verschweigen darf. Steht für Stand Up Paddle Surfing, manche sagen Stand Up Paddling, andere Stand Up Surfing während der Hawaiianer Hoe he’e nalu lautmalt und der muss es wissen, denn in der dortigen Inselwelt entstand diese lässig beschauliche Art der Fortbewegung zu Wasser. Ob es inzwischen auch ein deutsches Wort für den Spass gibt, ist mir nicht bekannt. Stehaufwellenbewältiger vielleicht? Wie auch immer man es nennt, es sieht lustig aus, vor allem, wenn wie in Bondi heute, noch tüchtig geübt wird auf den breiten Planken. Da sinkt man einfach auch gern mal nieder und Sit down paddelt.
Ich gebe zu, dass ich neugierig bin, es auszuprobieren, mich schreckt nur das Gewicht der Boards und die Aussicht, ausser dem künftig auch noch ein Paddel zum Strand zu tragen.
Interessant ist, wie rasant schnell so ein Trend es in die mediale Wirklichkeit schafft. Natürlich gibt es bereits Blogs sowie eine Zeitschrift zum Sport, und sicher nicht nur die eine. Mir gefiel im Web dieser Film aus Hawaii.
Das Bild rechts ist nicht von heute, das ist von vorletztem Wochenende, da gab’s für den Paddler immernin ein paar Wellen zu bewältigen.
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