Haie …? – Ham’ wir nicht! (ähm…)

beste 'shark feeding time'

In den letzten zwei, drei Tagen haben die „Shark spotter“ deutlich mehr Tierwelt gesehen als sonst. Die Spotter sind  Helikopter und Leichtflugzeuge, meist mit gelbrotem Anstrich, die vor hiesigen Küsten herumfliegen und deren Piloten aufs Wasser starren. Denn von oben sieht man besonders große Fische auch besonders gut. Seit eines Hai-Unfalls am Mittwoch (bei dem ein Surfer ins Bein gebissen wurde) vor Newcastles Redhead Beach sind die Flieger besonders aufmerksam… Einer der Piloten wurde zitiert, er hätte schon lange nicht so viele Haie so nah am Ufer gesehen. Die warmen Strömungen brächten wohl viele kleinere sprich Futterfische vor die Küsten. Normalerweise greifen ausgewachsene Haie keine Menschen an, aber jugendliche Tiere, so der Experte verhielten sich eben wie andere Teenager auch, sie „probierten halt gern mal was Neues aus“. Nur leider hätten sie ja keine Hände und müssten mit den Zähnen testen.

örtlicher Shark-spotter mit Board-Camera...?

Und während all dies hier unten Medien und Menschen bewegt, sieht Bondi – genau –  aus wie immer. Gestern abend – zur allerbesten Shark-feeding-time alias Dämmerstunde (Bild oben, Aufnahme gegen 7.30) waren noch mindestens 40 Surfer im Wasser. Da wär’ mir dann ja doch etwas mulmig. Zumal die Wellen eh rar und mäßig waren. Ein  Typ, der noch kurz vor 8 draußen war, konnte zwar nicht  surfen, hatte dafür aber eine Kamera vorne auf dem Board (boah ey). Wahrscheinlich könnten wir heute seine verwackelten Balance-Übungen auf seiner F.buchseite bewundern, wenn wir denn wollten…
Aber vielleicht wollte der Paddelfreund ja auch nicht sich selbst filmen, sondern wartete nur auf einen Hai, also den ganz großen Coup?

Strandtest: Maitland Bay, garantiert abgas- und stoffelfrei

Hochsaison in Bondi ist ein Fall für sich (siehe „Massen„). Um diese Zeit relativ unbeschadet zu überstehen, muss ich hin und wieder Pausen einlegen. Zum Beispiel durch Besuche von Stränden, die sich weder per Bus, Bahn, Auto noch Motorrad erreichen lassen. Ganz oben auf der Lieblingsskala, der schwer zugänglichen und damit paradiesisch stoffelfreien Sandstreifen steht seit gestern Maitland Bay an der Central Coast. Siehe Bild oben. Gut 1,5 Kilometer muss zu Fuß gehen, wer in dieser charmanten Bucht die Zehen in den Sand bohren will. Die perfekte Distanz, die Beschaulichkeit garantiert. Benannt ist der Strand übrigens nach einem Schiffswrack, der Maitland, die dort in einem Sturm 1898 auf Felsen, einen sogenannten Bombora, auflief und sank. Gruselige Geschichte. Manchmal kann man noch die Schornsteine des Dampfers sehen. Nicht weit von dort ist ein anderer, ebenfalls netter Strand: Pearl Beach, „fast gegenüber“ von Palm Beach in Sydneys Norden, aber getrennt durch reichlich Wasser, durchs „Pittwater“ genauer gesagt. „Pearly“ ist per Auto zu erreichen, aber trotzdem friedlich, da die Leute, die dort eins der Häuschen ergattert haben, höllisch darauf achten, dass keiner ihr Idyll verbaut oder ruiniert. Was sonst an vielen Stellen der Central Coast passiert ist. Das Bild mit den aus Scrabblesteinen gebastelten Straßennamen hing im  General store/Café/Restaurant/Post Office. Fand ich hübsch. Schönen Sonntag.

Flickerfest – Bissgroße Kinohappen mit Hai-Extra

Wenn dieser Trailer kein Knüller ist… meine Humorfrequenz jedenfalls trifft der Werbefilm fürs Flickerfest ziemlich gut. Zumal seit Anfang Januar in North Avoca (circa 50 Kilometer nördlich von Bondi) ein Hai an einem 22jährigen Surfer genagt hat und jeder zweite Besucher ständig von Haien redet.
Aber zurück zum Wesentlichen: Das Flickerfest ist Bondis jährliches Kurzfilmfestival: überwiegend australische Shorts, die nicht länger als 15 Minuten sind. Daher der ausnahmsweise treffend komische Slogan von den „bite size chunks of great Cinema“… Kinohäppchen, bzw -happen in Bissgröße. höhö. Genau das richtige also für Generationen mit begrenzter Konzentrationsspanne. Aber auch sonst ein Spaß.

Und wer nicht bis zum 15. Januar zum Festival in den Bondi Pavillon kommen kann, hat immerhin den von mir ja wie gesagt sehr geliebten Trailer zum Trost.

Ps: Gestern dann noch drei great whites sharks, diesmal in Hawks Nest, das ist nördlich von Port Stephens.  Es biss aber niemand zu, die drei schwammen nur, wie das bei Fischen so üblich ist, durchs Meer. Das Foto im online Herald vom Helikopter aus geschossen, lohnt einen Klick.

Wellen-Überwachung: neue Cam(er)a in Tama

Ist schon irre, wie inzwischen jede Ecke Wasser fast ständig von einer Kamera eingefangen wird. Und damit meine ich jetzt nicht die Myriaden von iphones die sekündlich um den Strand zoomen. Eher die fest installierten Strandspione: Im Norden klickt nach wie vor die BeachCam vom NorthBondi Rats/RSLClub Bilder um die Welt, in der Mitte die SwellnetCamera über dem Bondi Backpacker, im Süden filmt die Kamera der Icebergs wer so durch den Pool krault.

Neu ist, für mich jedenfalls, im Reigen der lokalen WebCams die Tamara.ma-Camara (sorry). Die Linse rotiert nicht, wie die in der Mitte von Bondi, aber sie hat Wasser und Wellen der kleinen Bucht immer im Blick. Keine Ahnung, wer sie betreibt und wo genau sie hängt. Aber sie ist ein verlässlicher  Indikator für Wassergeschehen und Wellenhöhe am Strand um die Ecke. Für Leute, die zu faul sind selbst hinzugehen. Oder zu weit weg…  Happy Weekend!

Rettung fürs Auge: Sharks gegen Amerika in den ‘Bergs

Als hätte irgendwer gehört, dass ich mich neulich über die Mengen eher unschön anzusehender Strandbesucher mokiert habe….  (Aber wirklich: nicht bei allen Männern sehen Boardshorts gut aus, erst recht nicht wenn sie zwei Drittel der Unterhose freilegen…) Also wie gesagt:

das siegreiche Team in der Halbzeit

Gestern Abend dann eine x-fache Verbesserung in Sachen „eye candy“, so nennt der Australier hübsch Anzusehendes. Rettung fürs gebeutelte Auge kam in Gestalt der Wasserballer-Mannschaften der USA und Australien. Siehe Bild oben am Beckenrand der Icebergs. Das war VOR einem spannenden (und zugleich meinem ersten kompletten) Water Polo Match. Wirklich schnell und spannend! Wenn auch die Herren nicht immer gerade sanft miteinander umgingen. Aber so ein bisschen Unterducken und Grabbeln, wurde mir von Water-Polo-Profis bestätigt, gehört dazu.

nach dem Sieg...

Anschließend durften die Gewinner (es endete 10:7 für Australien) in neuen Badehosen dann noch mit weiblicher Model-Prominenz für Fotos posieren. Und einige sich auch sonst freuen. Das Spiel war nämlich nicht nur als Augenschmaus für mich und gut 2000 weitere Zuschauer gedacht, sondern diente auch dazu, die Spieler für die Olympia-Mannschaft auszuwählen. Das australische Team heißt übrigens natürlich nicht einfach „Water Polo Australia“ sondern hat wie  jedes anständige Ballsportteam, (Wallabys, Swans, Lions) einen Tiernamen. In diesem Fall punkteten und schwammen sehr passend, die Aussie Sharks.

Ein 35-Tausender Tag zum Start. Happy 2012

Etwas überwältigend war der Anblick schon, der sich an „Australiens beliebtestem Strand“ heute bot, erst recht nach saisonal bedingt kurzer Nacht. Ich tippe, ohne nachgezählt zu haben, es war einer der 35000-Tage, die ich unlängst in meiner Sydney-Story fürs neue Merian beschrieben habe. Nix für ungut aber fürs Duschen Schlange stehen (siehe Bild rechts)?
Really? Da zeigt sich, dass ich mich die letzten zwei drei Jahre (mit gutem Grund) vor der Jahreswende hier in Bondi gedrückt habe – Ich bin einfach nix mehr gewohnt! Als ich es dann aber – vorbei an Zäunen, durch rötende Massen – ins Wasser geschafft hatte, war das dann doch wieder ausgesprochen herrlich, ein Bayswim (von Nordbondi nach Südbondi und zurück) jenseits der „im Wasser Steher“ war genau das Richtige für den Jahresanfang.  So um die 22 Grad, klar, wellig, freundlich, nur am Südende wegen einer Neujahrsparty in den Icebergs radikal zu laut.  Anschließend allerdings war mein Massenbedarf dann auch wieder gedeckt. Eine ganze Reihe Leute waren unterwegs, denen ihre Wahl-Mischung von Feierhelfsmitteln und Sonne nicht ganz so gut bekommen war, es gab das übliche „wie komm ich jetzt wieder raus aus Bondi“-Gequäle auf der Bondi Road. Dazwischen die Beschallung von der Dachparty des Swiss Grand und der Icebergs Dining Room Veranstaltung. Ich erwähnte das schon, aber sags jetzt einfach kurz nochmal; Ohrstöpsel sind wirklich eine tolle Erfindung in solchen Situationen. Was mich manchmal insgeheim ein bisschen überrascht ist wirklich wie die Badefreunde aus aller Welt (englisch war fast Fremdsprache)  wahrhaft ALLE nach Bondi zu kommen scheinen. Wer 300 Meter weiter spaziert und nach Bronte geht, hat es wirklich nett. Und was zum Beispiel spricht gegen Dee Why? Oder Avalon? Oder Camp Cove? Sind nicht  Manly oder Freshwater auch schön?

Jetzt im Ernst: wieso haben Urknall oder Schöpfer  mehr als 40 ocean beaches an Sydneys charmante Ränder gepflanzt, wenn alle immerzu doch nur zu einem einzigen gehen? Ist das nicht fahrlässige Verschwendung?

Okay okay, ich hör schon auf, viel zu tiefes Philosophieren in einem Jahr, das kaum einen Tag alt ist. Ein bisschen mehr Lesestoff über das Land mit 11011 Stränden im neuen Merianheft (auf Foto des Titels klicken).

Ach ja, und jetzt hätte ich’s fast vergessen:  Happy 2012 liebe Beachblogleser, wo immer Sie sind!

Flirten durch den Zaun – NYE in Bondi

Die Aufregung der großen Strand-Weihnachtsfeier hat sich ein bisschen gelegt, die meisten Kater sind geheilt, auf geht’s in die nächste Runde. In Bondi Beach heißt das: „Zäun mich ein!“ Kaum ein Fleck wo wir keine Gitter oder Zäune hinpflanzen. Nicht wildes Getier allerdings wird eingepfercht. Sinn und Zweck der Gatterei ist die Vorbereitung auf die „sichere Sommer-Initiative“, Teil 2, sprich Silvester / NYE. An jenem schönen Tag nämlich spielen Snoop Dogg & Co zum Shore Thing auf. Irgendwie muss das Ganze trotz Sicherheits-Initiative ein bisschen unsicher sein, denn es werden hier unten wirklich nicht ein paar Zäunchen um die Bühne gebastelt oder so. Seit Tagen werden vielmehr massive Gitter, Eisen-Konstruktionen und Zaunmaterial lasterweise angekarrt und aufgestellt. Bei mir schleicht sich da ja so ein leicht klaustrophobes Gefängnisfeeling ein. Aber vielen anderen geht’s anders: Den 15 000 zum Beispiel, die eins der Tickets zum umzäunten Sylvester-Event ergattert und dafür 138 Dollar berappt haben – oder $ 225 – Wie das geht? Für den gleichen musikalischen Gegenwert knapp ein Hunderter mehr? Easy:

Je nach Vergnügungsklasse zahlen besser betuchte ein wenig mehr für die Nacht, müssen dann zb nicht in der Schlange warten, können ihre Mobiltelefone vom „concierge“ aufladen lassen (no joke), und werden in der privaten Beach Bar massiert…. WOW. Getrennt werden sie von den breiten Massen – you guessed it – durch noch mehr Zäune!
Mir drängen sich dazu ja komplett vorgestrige Fragen auf: Ob das gut für’s Feierfeeling ist? Was macht ein Luxusklasse-Ticket-Inhaber wenn er/sie mit wem aus der 138-$-Zone flirten will? Wie kann man bei der Beschallung sein Telefon leer telefonieren…? However. Ich hoffe, alle haben hinter ihren Zäunen viel Spass und freue mich schon jetzt darauf eines Tages wieder ohne Umgatterung oder Security-Check zum Strand gehen zu können. In diesem Sinne:

Take it easy und charmante Feier!

na dann … frohes Fest!

Und? Wie ist Christmas in Bondi so….? werde ich gerade (vermutlich saisonbedingt) recht häufig gefragt. Ein eher anglophone Antwort für dieses Jahr würde sein: pretty full on. Das feierfreudige Volk gab wirklich sein Bestes.

Ganz wichtig: die farblich jahreszeitlich abgestimmte Kopfbedeckung! Da wollten auch die Lebensretter nicht hinten anstehen. Im Zelt des Bondi Surfclubs war heute vor allem der Rentier-Look schwer angesagt. Während im Club weiter nördlich eher teuflisch und glitzernd zuging. Zu tun hatten beide freiwilligen Surflifesaver-Vereine reichlich. Die Profi-Lebensretter arbeiteten ebenfalls bis zum Anschlag. Sehr tapfer und geduldig, wirklich. Alkohol war, wie seit ein paar Jahren schon, am Strand verboten was per Taschenkontrolle gecheckt wurde. Vor allem wg schlechter Erfahrungen. Ich kann ja das Trinkvergnügen in angelsächsischen Dimensionen, dazu tagsüber bei 30 Grad und knalliger Sonne ohnehin schwer nachvollziehen.

Aber damit bin ich vermutlich relativ allein. Auf Grünstreifen und in Parks durfte ebenfalls nicht gebechert werden, kontrollieren konnte das allerdings bei den Menschenmassen kaum noch wer, entsprechend wurde getankt…  habe selten so viele Bierkästen und Eskies mit Wein und Sekt auf einen Haufen gesehen.  okay, so also, sieht Bondi bei 30 Grad zu Weihnachten aus. Und, auch das werde ich oft gefragt: Ja, die Einheimlischen gehen ebenfalls zum Strand – Allerdings eher morgens um 8 oder 9.   Zum Schwimmen und für einen Plausch mit Freunden und Familie.  Bevor die trinkfreudige Jugend aus aller Welt in Massen anrückt, verdrücken sie sich die meisten locals zum Feiern oder Chillen nach Hause. Smart move…

Okay, gutes Stichwort: Entspannen, das mach ich jetzt nach einem langen x-mas-day am besten auch. Vom Pavillon hoch wummert zwar noch bis 22 Uhr „sunburnt xmas“ –  eine mega laute  Monster-Party – bis nach Südbondi bestens zu hören. Aber eine gute Übung in Zen und Toleranz…  (und Ohropax hab ich auch… für alle Fälle ;-). Hoffe, die Beachblogleser haben entspannte Weihnachten und verabschiede mich für heute mit einem herzlichen Merry…. ! (genau).

7 Minuten bis zum ersten Blitz

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, eine Weile keine Wetter-Notitzen zu bringen. Aber was sich heute binnen Minuten über Tamarama abspielte war doch zu schön, um es für mich zu behalten. Der super Sommer-Sonnen Sonntag wurde kurzfristig von einem Gewittersturm unterbrochen, der sich wirklich sehen lassen konnte, oder?
Während allseits am Strand geaalt wurde, warnte das Strandvolk netterweise eine Durchsage der Lifeguards: „7 Minuten bis zum ersten Guss/Donner/Blitz“ sagten sie via Lautsprecher, und noch ehe der Satz zuende war, hatten die ersten eingepackt und das Weite gesucht. Sehr folgsam. Wer blieb, wurde zwar nass, konnte aber auch ein wirklich tolles Wolken- und Wetter-Spektakel beobachten. Siehe oben.

Die meisten Surfer hatten übrigens wenig Respekt vor Blitzen und Donner …  Ich finde ja immer etwas unheimlich, bei derlei Wetter wie eine Boje aus dem Wasser zu ragen. But well, es wurde offenbar auch heute wieder kein Schwimmer oder Boardrider vom Blitz getroffen. Auf jeden Fall nicht in Tamarama!. Schöne Woche“

Klimawandel oder was?

Dieses Foto sieht nur so aus wie Sommer. In Wirklichkeit ist wieder Winter hier unten (also kein Neid da oben auf der Nordhalbkugel nötig). Jedenfalls war es im Juli auch kaum kälter. Daunendecke, Schal und Socken sind wieder aus der Seekiste geholt. Und die Statistiker haben natürlich eine der so beliebten Statistiken dafür parat. Ready? hier kommt sie: Sydney erlebt den kältesten Sommeranfang seit 1960! In dem Jahr war selbst ich old fart noch nicht an Bord, kann mich also nicht erinnern, glaube es aber sofort.
Dabei sollten wir uns über unsere 14 Grade und 7 bei Nacht noch freuen – Oben in Katoomba (Blue Mountains)  wehte das Lüftchen gestern wahrhaft mit 2 Grad Celsius über die Hügel. Im Hochsommer! Okay genug lamentiert. Das Gute daran: All die Schönwettersurfer sitzen in den Cafés, im Line Up ist’s schön leer, die Wellen gehören mir. Brett gewachst und vor die Tür. See you later!

Das Meer, das ist zum Schwimmen da….

Das war tapfer! Knallblauer Himmel zum Aufwachen. Aber als die Schwimmer des Bondi-Bronte-Oceanswims endlich gegen 9.30 Uhr die Zehen in den nassen Sand bohrten, blies der Southerly (Wind, stark), dass es nur so jaulte…

(Sommer?  you call this summer???) Es hatte sich bewölkt und das Wasser sah überhaupt nicht mehr einladend aus.

An die 2000 tapfere Schwimmer stürzten sich dennoch in die Brandung, um die gut 2 Kilometer von Bondi nach Bronte zu kraulen. Die meisten erreichten ihr Ziel. Einige allerdings waren froh, sich bei Ankunft in Unterkühlungs-Alufolie  wickeln zu dürfen.

Ich war ehrlich gesagt auch froh, und zwar darüber, nach meiner Fotovisite am windigen Strand von lovely Bondi, wieder nach Hause zu gehen, wo Tea & Toast auf mich warteten…. Aus diversen Gründen war ich faule Socke und ließ diesen Marathon-Event aus: Einer davon: 2005, (Achtung Nähkästchen) als ich diesen „Ocean Swim“ (meinen ersten, glaube ich) als realtiv frische Nichtraucherin (Energie-Überschuss… kennt man ja) und auch sonst voller Elan in 38 Minuten absolvierte, kostete der Spass 25 Dollar. (Ps: an normalen Tagen darf man da umsonst schwimmen) Heute früh berappten Krauler für Kappe und Zeitmesschip am Fuss $50! Wenn das keine inflationäre Wassergymnastik ist. So very Bondi.

Nichtsdestotrotz: Well done und congratulations für all die tapferen Kämpfer in den Fluten!

Küstenweise Kunst

Zu heiß für viele Worte heute (bei über 30 brodeln meine Tasten schnell) aber für ein paar Snapshots von der Skulpturenausstellung solls grade noch reichen. Der Rahmen von Jane Gillings heißt „provenance“ und hat alle möglichen Australiana im Gold. Don’t miss the Kakadu! 

Tierisch ist auch eine andere meiner Lieblingsskulpturen der diesjährigen Freiluftschau: Ian Swifts „extreme surfing“ – Die Surfmaus reitet den Strahl eines Kopf stehenden Elefanten… Geniales Kunst-Stück, oder?

Am Wochenende sind die Leute auf dem Küstenwanderweg in einer gefühlt endlosen Stopp-and-Go-Schlange an der Kunst vorbeigeschoben. Dazu lief am Südende des Strandes noch der Single-Fin-Classic der Bondi Boardrider. UND es fand in Bondi  ein Nipper-Carnival statt, mit mindestens 1200 Nachwuchslebensrettern zwischen 7 und 12 Jahren aus Bondi, Tama und Bronte (plus ebensoviele stolze Eltern…).

Die silly season hat also begonnen? Ja ich glaube wir sind mitten drin!

Aber kurz zurück zur Kunst, hier noch zwei meiner Favoriten: Links Peter Tilley‘s „domestic bliss“. Und unten Margarita Sampsons „the Yearning“. Wonach sich die kleinen gelben, aus recycleten Fahnen genähten „Slugs“ so sehnen, wissen wir nicht genau. Aber die Künstlerin, die auf Norfolk Island lebt, hat mit ihrem Werk eine Einladung gewonnen: Mit der ist sie auch bei der Open Air Kunst 2012 in Cottesloe in WA dabei.
Früh morgens und abends ist es übrigens selten sehr voll auf dem Klippenweg, bis 20. Nov. läuft die Schau noch. Puh, das waren jetzt doch mehr Worte als ich wollte… Adios.

Bluebottles’ Big Day Out

Eindeutig kein echter Badetag heute: Bluebottles hatten Ausgang und zwar die großen Kaliber. Oft schwimmen die Viecher bei anlandigen Winden und dem richtigen Mix aus Strömung und Temperatur in unsere Buchten. Dieses Jahr allerdings sind sie früh dran… Wer schon mal das Vergnügen hatte, Arm oder andere Körperteile von ihren Tentakeln umwickelt zu bekommen, weiß wie fies die Quallentiere stechen (Therapie: heiße Dusche, evtl Eis, bloß kein Essig!) Bluebottles sind übrigens nicht ein Tier, sondern vier Organismen, die sich im Ozean zu einer Art Überlebensgemeinschaft zusammenfinden. Die blaue Blase dient gewissermaßen als Segel, die Tentakel vor allem um uns zu stechen (well, kind of ;-), dazwischen hängen Polypen, also Nesseln, die bei der Ernährung helfen. Warum Bluebottles übrigens so unwirklich knallblau sind hat mir noch niemand erklären können. Sie fressen nämlich überwiegend Grünzeug wie Plankton …

Tierisches & Wasserkunst

Gerade von einer kleinen Vorab-Inspektion auf den Klippen zurück und berichte: der Gang durch den Abendwind hat sich gelohnt – oder?

"who left the tap running"

Den Titel der Wasserhähne von Erstskulpteur Simon McGraths Plastik in XXL – (Who left the tap running?) – versteh ich zwar noch nicht, aber vielleicht fließt das Wasser ja morgen? Schließlich ist Donnerstag erst die Eröffnung der 15. Sculpture by the Sea.

Eisen & Vogel

Oder seh’ ich das wieder viel zu wörtlich? Angeblich ja eine deutsche Untugend. Ist auf jeden Fall, wie man so nett sagt „ein echter Hingucker“ und ich verwette mein Glas Pinot wenn ein ähnliches Bild nicht morgen früh den Sydney Morning Herald ziert. Viele Werke sind nicht so komplett „in your face“ und dominieren weniger, zum Beispiel die Stahlfiguren des balancierenden Paares. Aber Bondi-Tamas Open-air-Kunst lebt eben von der Mischung aus Dezentem, Lustigem, Ernstem und Aha-Effekten.
Der Graubartfalke auf der rechten Hand der oberen Figur ist übrigens echt, und nicht aus Eisen… Watch this space. Morgen mehr!

Achtung, die Kunst kommt!

Bunt und kreativ landen sie seit gestern auf dem Küstenweg: Die ersten von über 100 Skulpturen der 15. Sculpture by the Sea. Die Open Air Ausstellung zwischen Bondi und Tamarama läuft diesmal vom 3. bis 20. November. Mir macht die Aufbauphase manchmal fast so viel Spass wie die Schau selbst! Zuzusehen, wie die Skulpturen – oft in Einzelteilen – angeliefert werden, läßt schön viel Platz für die Fantasie. Nebenbei kann man in diesem Roh-Stadium auch heimlich die Künstler bei der Arbeit beobachten. Was zum Beispiel mag wohl der Herrn mit Hut im Bild oben uns am Strand von Tama zusammenbauen?

Putten für die Fischwelt

All good fun. Kurzweiliger als auf Pferde zu wetten ist es auch allemal, das macht in diesem Moment der Rest der Nation …(it’s Melbourne Cup Day). Und man wird im Bastelstadium noch von keinerlei Massen überlaufen. Höchstens von hektischen Joggern, die schon jetzt Panik schieben beim Gedanken daran, wo um Himmels willen sie bloß in den nächsten zwei Wochen ihre täglichen 7 km rennen sollen…(what’s wrong with Centennial Park?)

Ich werd’ aber trotz meiner privaten Gedrängelphobie in den nächsten Wochen Bilder von der fertigen Schau mit den geneigten BBlesern teilen, don’t you worry, ist ja einfach immer so dekorativ, all die Kunst mit Küstenblick!

Zehntausende am Strand …

In Bondi tummelten sich Massen dieser Anzahl in den letzten Tagen fürwahr, wenn ich uge von Aquabumps und den Nachbarn glaube, und beide sind in derlei verlässliche Quellen! Kein Wunder, bei 32 Grad, Wochenend & Sonnenschein. Dazu wurde „Breakfast on Bondi“ serviert, für das weitere 5000 schon morgens früh um 5.30 Sand gegen Matratze tauschten um Müsli und Eier zu picknicken.

Den Strand, den ich derweil begutachtete, füllten ebenfalls Zehntausende, wahrscheinlich eher Hunderttausende – allerdings waren das Muscheln pro Quadratkilometer.

Im Gegenzug gab’s keinerlei Fußspuren anderer Zweibeiner, noch Konkurrenz beim Angucken und Aufsammeln des Schalenzeugs, weder zu große Sonnenbrillen noch Gedrängel beim Sprung ins (immer noch ziemlich eisige) Meer. Mungo Beach ist nur gut 3 Stunden nördlich von BB, und ich gestehe: Weder Sonnencremegeruch noch Menschenmassen haben mir wirklich gefehlt. Wahrscheinlich entwickle ich auf meine alten Tage einfach eine Art Massenphobie (gibt es die?).

Heute ist Bondi wild und rau und still und wirkt als sei der Sommertrubel ein Spuk gewesen.

Also, back to work, folks. Ich wünsche einen guten Mittwoch!

voll, der Mond


Für all jene, die heute Abend gegen 7 nicht kurz über die Bucht von Bondi gucken konnten, anbei der Beweis wie es aussah. Ganz schön voll, der Mond!

Ps, J: ja okay, Stativ wäre eine gute Sache gewesen…

Die Saison naht, wenn…

Preisfrage: Woran merkt man in Bondi, dass die Saison naht? Also die Picke-packe-seid-ihr-alle-da-Saison?
Die Zeit des Jahres, in der man dem Barista erklären muss, was ein strong flat white ist (weil er/sie aus Marne-la-Vallée oder Niederschüttringshausen kommt)? Okay, drei mögliche Antworten:

a) wenn der Himmel besonders blau ist  (falsch)

b) an der Temperatur? (think again)

c)  wenn auf aquabumps daily mail die privaten Kleinanzeigen beginnen wie rechts im Bild. (danke, das gibt Punkte)

benvenuto, welcome, добро пожаловать bienvenue, υποδοχή, welkom, willkommen

ps: Dieses Jahr beschallt das Silvesterevent „Shore Thing“ übrigens der amerikanische Rapper Snoop Dogg. Für schäbige 138 $. Oder 235 $ mit Eintritt zur Bar. Ei jei jei.

Ambulanz auf High heels

Großartig! dachte ich eben auf der Promenade: Jetzt passen sich „Ambos“ (wie hier Notdienstmitarbeiter sinnvoll abgekürzt werden) schon dem BlingBling eigenen Beach-Look an: Menschen lagen am Boden, Radler stürzten. Helme kullerten, dazwischen die Damen in Banderole! Bei genauerem Hinschauen klärte sich mein Irrtum: Die Ladies auf High Heels im kleinen Grün-Schwarzen waren keine Helferinnen, sie warben für ein neues Freizeitgerät. Genauer für Gauswheels eine Art neon-farbiges Einrad aus Osteuropa, das man sich zwischen die Knie klemmt. Und mit dem man eben offenbar besonders gut über Leute springen kann, die am Boden liegen…. each to it’s own, warum nicht?

Wieso man allerdings für so ein lässiges Sportgerät nun auf super hohen Hacken im trashigen Miss-World-Look Werbung machen muss, erschließt sich mir nicht ganz. Aber wer weiß, vielleicht funktionierts ja.

- 60 Minuten Sonne

Samstag hatte ich noch gesagt: lange keinen Regentagmehr gehabt! Schon kam er, und dann gleich im Doppelpack. Angeblich hatten wir nicht eine Stunde Sonne (wo sonst der September 7 pro Tag produziert) … das „düsterste Wochendene seit sieben Monaten“ befanden die Wetterprofis. Ah, ich LIEBE diese Statistiken. Toptemperatur am Sonntag war 14.6 – und das nach 32 Grad am Freitag. Wenn das nicht aprilig ist! Die drei Minuten Licht, während der ich zufällig draußen war, sahen dafür hübsch dramatisch aus, oder? Schöne Woche!

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