sunny days

IMG_7577Ist doch immer schön, wenn  Datenzähler und Zahlennotierer  bestätigen, was man selbst auch irgendwie schon vage angenommen hat. Zum Beispiel, dass es seit Unzeiten nicht geregnet hat. Seit Blick in die Zeitung weiß ich: seit 21. April fielen genau 0.6 Millimeter, und das ist wirklich nicht üppig. Noch genauer: das macht unseren derzeitigen endless summer zur “längsten trockenen Herbstphase seit 150 Jahren“. Großartig, oder? Muss man erstmal ausrechnen sowas. Weniger schön für die Farmer, aber die sollen nun in den nächsten Tagen endlich was auf die Felder bekommen. Insofern dürften alle zufrieden sein. IMG_7581Die allmorgendlich Sonne tankenden Herren am Felspool können sich über ihre Dosis Vitamin D jedenfalls nicht beklagen (merkwürdigerweise sind an der Stelle um die Uhrzeit NIE weibliche Personen zu sehen…).
Und Surf alias Wellen gibt es derzeit auch in ausreichenden Mengen und schöner Form. Natürlich auch reichlich Interessenten. Heute war sogar einer mit Wildwasserkajak draußen. Mir ist schleierhaft wann/wo diese Massen von Surfern das Geld für ihre Boards verdienen. Durch regelmäßige Bürobesuche zwischen 9 und 5 jedenfalls nicht.  IMG_7572

Schuhe aus?

IMG_7299Schon richtig: es gibt eine Reihe von Leuten, für die der Strand eine Art Heiligtum ist. Nicht ohne Grund wird zuweilen  von Sonnenanbetern gesprochen, denn das kann man à la plage bekanntlich recht gut. Aber, dass wir nun in Bondi die Schuhe ausziehen müssten, ehe wir  Sankt Strandum  betreten…? Nicht wirklich. Mich entzückt die artige Angewohnheit von Touristen aber immer wieder, die – ehe sie über den Sand zum Wasser laufen – brav ihr Schuhwerk in Reih und Glied stellen. IMG_7303Wobei es natürlich auch da Deutungsspielraum gibt: Irgend jemand hat mir erzählt, in Japan wechselt man das Schuhwerk um zur Toilette zu gehen (keine Ahnung ob es stimmt) – der Strand also als Kloake? Hopefully not! In Korea oder Thailand wie in manch guter schwäbschen Stube  gilt bekanntlich als unhöflich, die Straßenschuhe im Haus anzubehalten. In Moscheen (siehe oben) geht’s bekanntlich ebenfalls auf Socken. Also wer weiß, vielleicht doch ein religiöser Kult? Ich behalte die Sache im Auge!

Fly high, Kites und Möwen übernehmen

IMG_7252Sorry, aber es geht heute noch mal kurz um Surfer, denn die hatten heute abend eindeutig das Nachsehen in Bondi. Unser viel beschriebener, diesjähriger endless Summer nahm gen Nachmittag eine kurze Auszeit. Einer der legendären Southerlies  (starke Luftbewegung aus südlicher Richtung) blies die Backen auf und pustete Sand wirbelnd vom Meer, die Lifeguards packten die Flaggen ein und Kite- und Windsurfer ihr Material aus. IMG_7213Hossa! So viele Kites und Stehbrettsegler (sonst in Bondi verboten, jedenfalls zu regulären Tageszeiten) habe ich selten in der Bucht gesehen. Die übrig gebliebenen, unverbesserlichen Surfer duckten sich tapfer unter Flugkurven von guten Windsurfern, einigen entschlossenen Anfängern und springenden Kite-Artisten.

Deren Flugkünste wurden eigentlich nur übertroffen von den Möwen, die allerdings suchten sich je stärker der Wind wurde zunehmend am Südende  stillere Ecken aus. ein paar Tage soll’s jetzt etwas normaleres Herbstwetter  geben, ehe die Temperaturen Mitte der Woche wieder auf 26 Grad klettern. Höre ich irgendwelche Klagen…? Nein, dann ist’s ja gut. IMG_7218

Surfers Code: Schilder für gutes Benehmen

IMG_7184Deutsche denken gern, sie seien Meister in Bürokratie und  Schilderwahn. Falls es beruhigt: derlei können Australier auch prima. In Bondi sind die Strandgebote inzwischen so vielgestalt – vom Nichtrauchen zum nicht -Drachensteigen-lassen – dass ich sie kaum mehr zählen kann. IMG_7181Allerdings: Weder kontrolliert noch ahndet irgendwer die Verbote,  insofern eher etwas paradox das Ganze (hat eventuell ein beflissener Gemeindemitarbeiter einen Vetter, der seine Miete mit Schildern verdient?). Seit dieser Woche haben wir nun ein neues Schild –  diesmal geht’s ums Surfen. Genauer, was man beim Surfen tun und was lieber lassen sollte. Das gefährlichste, weiss jeder, der in Bondi oder  ähnlich beliebten Spots schon mal ein Board geritten ist, sind mitnichten Haie oder Strömungen, sondern die Bretter der anderen. Der so genannte Surfer’s code, fesch in Surfboard-Format an einem der Abgänge zum Strand positioniert soll derlei Verletzungsgefahr künftig reduzieren. Erklärt wird was ein Drop-in ist und warum es keine gute Idee ist, sein Bord nach wipe out durch die Luft schleudern zu lassen. IMG_7181_2Alles sicher nützliche Ideen. Ich frag mich, ob die Ignoranten, die sich im Wasser daneben benehmen, tatsächlich vor dem Sprung ins Wasser diese Schilder studieren….

Ein bisschen so, als stünde am Bolzplatz: Hackentreten verboten, Fouls sind unerwünscht, und dann kicken alle gaaanz lieb? Aber offenbar ist Bondi  nicht der einzige Strand, der’s mit Surfgesetzen per Tafel probiert. Die Bondi-Surfrider Girls haben die Zeichen auch schon in Manly entdeckt. Dass Schilder aufstellen Benehmen verändert … hmm ich mag’s nicht so recht glauben. Surfer in Manly sagen, sie hätten nicht wirklich  Besserung gespürt seit die Zehn geobte netten Surfens dort vor drei Jahren aufgestellt wurden. Ich glaub, ich verlass mich lieber drauf, gut zu gucken, mit wem ich die Welle teile.

Strandtest Süden Teil II, Muschel-Supermarkt Clifton

IMG_7090Muschelsammler sollten  eine Extradosis Zeit mitbringen (und Übergepäck einkalkulieren). Clifton Beach, gut 30 Minuten außerhalb von Tasmaniens charmanter Hauptstadt Hobart, ist so eine Art Supermarkt für Muschelsucher … Eigentlich eher für Schummler, denn von suchen kann an diesem Strand nicht wirklich die Rede sein. IMG_7084Auswählen, zugreifen und einzusammeln genügt. Sehr hübsch sah das aus. Bei südlichem Swell soll es in Clifton überdies auch noch surfbare Wellen geben. In der gut zwei Kilometer langen Bucht operiert  sogar eine Surfschule, also muss es Dellen und Hügel im Wasser geben. Das konnte ich bei meinem Besuch leider nicht überprüfen, aber  das wäre eventuell auch zu viel des Guten gewesen…?

Ps: Nächstes Mal wieder news vom vertrauten Sandstück BB weiter nördlich.

Strandtest, südliches Ende

IMG_7054_2Am Roaring Beach gibt es weder Lifesaver noch Schirmverleih oder  Verbotsschilder. Vermutlich heißt er nicht mal Roaring Beach, aber so nannte sich der Weg dort  hin. Das Wasser: kristallklar blaugrün, die Möwen extrem entspannt und der Sand fast zu weiß um echt auszusehen. Und da der Mensch sich ja stets  beweisen/sein Mütchen kühlen muss, habe ich auch  die Temperatur erprobt. An meinem bisher südlichsten australischen Strand war das Wasser so um die gefühlte 14 Grad vielleicht sogar 15, also keineswegs eisig. Ach ja, wo spielt die Szene? Ich erprobe im Moment Tasmaniens südlichste Küsten in der Nähe von Dover und Southport. Unbedingt eine Reise wert. IMG_7050_2

Routinen, Ticks und Pool-Marotten

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Das ist vermutlich in Schwimmbädern in aller Welt so: es gibt Stammkunden, tägliche Routinen und Angewohnheiten, die weder Wind noch Wetter erschüttern. Die Bondi Icebergs, das vermutlich beste Schwimmbad der Welt (völlig subjektiv, ich weiß), sehen derlei reichlich. Und damit meine ich jetzt nicht, dass Chucky jeden Donnerstag das Wasser rauslässt, den Boden schrubbt und das Paradies mit frischem Meerwasser füllt.  Eher solche wie diese hier:

- der Typ der täglich um 11.30 Uhr am Beckenrand genau 14 Minuten Streckübungen macht, ehe er einen Macchiato trinkt

- die russische Lady, die jeden Mittag mit Make-up schwimmt, nie ein Handtuch mitbringt und sich anschließend mit Papierhandtüchern abtrocknet

- die Freitags-Yummy-Mummies, die das Café zur Wickeltischzone umwidmen

Mein absoluter Liebling kommt zuletzt, und ihm ist natürlich obiges Bild gewidmet: Der Herr aus Mitteleuropa (long time Ozzie), der seine bunten Klammern mitbringt, ein Campingstühlchen und die Reling zur ordentlichen Wäscheleine für seine belongings umfunktioniert.

Schönes Wochenende.

 

 

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