Veröffentlicht am Januar 20, 2010 von Julica Jungehuelsing
Die Herren auf Bondis großen blauen Boards konnten heute kaum genug bekommen vom feisten Swell. Fair enough. Die ersten richtigen Wellen seit Monaten. Erst dachte ich, sie würden allein von den Mini-Kameras motiviert, die sie – fixiert auf den Brettern – für die nächsten Bondi Rescue Folgen in Szene setzten. 
Dann allerdings sah man, dass die Jungs mit oder ohne Kameras wie im Rausch waren. Das nenne ich mal engagiertes Großbrett-Surfen. Denn auf den Rettungsplanken, die ja eigentlich dazu da sind, Ertrinkende zu retten aufzustehen und zu surfen, ist wirklich nicht einfach. Zumal bei solchen Monsterwellen.
Bin gespannt wie das morgen aussieht. Relativ lustig war übrigens auch anzusehen, wie die Wellen die Yummy Mummies vom Nordende vertrieben. (Da gehen sie immer hin – wieso sollten sie plötzlich anderswo ihre Zelte aufbauen? Nur weil etwa 16 Fuß hoher Swell in Bucht kracht…?)
Kreischend und quiekend floh die Damenriege vor der Flut. Oh ja, es überrascht immer wieder: Wasser ist nass.

big fat set
Abgelegt unter : Am Strand, Sport | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, Lifeguards | 1 Kommentar »
Veröffentlicht am Januar 11, 2010 von Julica Jungehuelsing
Keine Ahnung, wem wir diese “Mode” zu verdanken haben, aber ich würden den- oder diejenigen gern bei Gelegenheit etwas würgen. Wohin ich auch blicke, ich muss mir anderer Leuter Unterhosen angucken. Das ist kein schöner Anblick, Jungs, ehrlich. Auch wenn ihr, wie mir gestern ein Lifesaving-Kollege versicherte, inzwischen gern 40 Dollar pro Baumwollschlüpfer bezahlt. Es sieht einfach gruselig aus. Unterhosen sind dazu da unter Hosen getragen zu werden, und wenn sie halb rausgucken ist das nicht nur “in your face” sondern ausgesprochen unlässig. Abgesehen davon, dass mir keiner erzählen kann, dass es irgendwie praktisch ist oder einen schneller schwimmen läßt, wenn man unter langen Boardshorts im Wasser auch noch Baumwollbeinkleid trägt.
Zum Glück bin ich mit meiner Aversion nicht ganz allein. Der Lifeguard in den Icebergs versucht meist jüngeren männlichen Besuchern derzeit täglich zu erklären, dass fürs Schwimmen Schwimmzeug erfunden wurde, für andere Alltagssituationen indes Unterwäsche. Dann probiert er noch das Wort Hygiene und schickt die Jungs in die Umkleide. Unhygienisch ist dieser tolle Look, besonders im Pool natürlich auch. Aber vor allem sieht er einfach kacke aus.
Liebe Trendgötter, bitte schickt uns eine neue Mode!
Abgelegt unter : Geschmackssachen | Mit Tag(s) versehen: Mode, Strandleben | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 7, 2010 von Julica Jungehuelsing
Seit fast fünf Jahren versuchen Bondis Behörden Australiens berühmtesten Strand kippenfrei zu halten. Mit Verbotsschildern, Zeichen und – dürftigem Erfolg. Wer mal lässig auf dem Rücken liegend den Sand durch die Finger hat rieseln lassen weiß, dass auf eine Handvoll Puder gut zwei Stengel kommen. Zwar ist offiziell verboten, zu paffen und vor allem anschließend die Kippen in den Sand zu stecken, geahndet wird es allerdings nicht – sprich: nie habe ich von jemandem gehört, der wahrhaft die $ 110 Strafe zahlen musste. Insofern juckt das Verbot die wenigsten.
Heute nun ein neuer Vorstoss: Der Amerikaner Rudy Kistler, Künstler und Straßenmaler, wurde von seiner Agentur (die Seite zeigt klasse Asphaltkunstwerke!) via Waverley Council beauftragt, ein bisschen Humor und Farbe in die etwas schläfrig gewordene Kampagne zu bringen. Besonders poppig finde ich ja Rudy’s an Kippen würgenden Nemo.
Sehr keck aber auch die Strandburg aus Glimmstengeln vor dem Bondi Pavillon. Die sich am Filter verschluckende Schildkröte und den Blue Groper am Südende fand ich auch gelungen. Mal gucken, ob’s hilft. Aber die Kombi aus Farbe, Kunst und sich den Magen verderbenden Fischen ist immerhin mal originell.
Denn ich tippe mal, die wenig-sten Raucher denken daran, dass die meisten Stummel, ob nun im Sand ausgedrückt oder auf die Straße geworfen, hierzulande früher oder später im Pazifik landen. Und dort angeblich 25 Jahre rumschwimmen, ehe sie zu Mikromüll werden, ahhrg …
Abgelegt unter : Am Strand, Kunst, Tierwelt | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, Rauchverbot | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Januar 5, 2010 von Julica Jungehuelsing
Kaum ist man mal 10 Tage in den Bergen statt am Beach, ist alles anders. Okay: vieles. Die Fahne weht noch und sieht nach wie vor nach Union Jack aus. Die Sonne scheint (nachdem sie über die Feiertage Sydney verschonte und statt dessen die Australischen Alpen wärmte) und das Meer bleibt blau. Aber jetzt kommt’s: Neuerdings wird für den Abtransport vom Strand Schlange gestanden! Kein Scherz, die Reihe der auf Busse Wartenden ging bis runter zum Strand.
Die Schlange im Foto oben, abgelichtet gegen etwa 17 Uhr, war mitnichten die einzige…. Dass massenhaft derart brav auf den öffentlichen Nahverkehr gewartet wurde, lag übrigens weder an Geduld noch britischer Disziplin der Passagiere. Zwei Polizisten hielten die Strandflüchtigen in Schach und passten auf, dass sie weder Busfahrer attackierten, noch einander gegenseitig. Unglaublich.
Einheimische standen kopfschüttelnd davor und planten den Nachmittag um – jedenfalls wenn sie vor gehabt hatten, Bondi zu verlassen. Das ging am besten zu Fuß oder ein paar Stunden später.
Vielleicht ist es Zeit, häufiger an andere Sandstreifen der Stadt zu erinnern. Weiß irgend jemand da draußen, dass Sydney 42 – ZWEIUNDVIERZIG – Strände hat ??? (Die Tourismusbehörde hat 70 gefunden, aber die übertreiben ja gern). Wieviele es auch immer sein mögen, mindestens 33 davon sind richtig klasse schöne gute Top Strände! Sand, Pazifik, Wellen und alles. Es müssen gar nicht alle immerzu in Bondi sonnenbaden…. wirklich nicht. Ich tippe, einige der Leute, die heute Stunden auf Bus oder Taxi warteten, gucken morgen mal auf den Stadtplan oder hier nach (das sind die Ocean Beaches) und probieren vielleicht Palm Beach, oder Dee Why aus, Manly, Coogee, Nielsen Park, Watsons Bay, Narrabeen, Avalon, alles nur eine Busfahrt entfernt …
Abgelegt unter : Am Strand, seltsam aber wahr | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, Massen, Strand | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Dezember 21, 2009 von Julica Jungehuelsing

dieser Santa lässt sich bezahlen
Da stimmt ja wieder nix in all den Santa-Stories. Ich hab’s gesehen, der Claus links nahm vorhin eindeutig Geld für seine O-Saft-Gabe. Die Miss Santas darunter ließen sich auch bezahlen: 59 bis 69 $ kassierten sie, für das, was früher Orphans-X-Mas in Bondi hieß und mehr oder weniger bedeutete: Backpacker aller Welt treffen sich in Bondi Beach und trinken zwischen badenden Einheimischen viele alkoholische Getränke. Das ganze war nicht immer schön anzusehen, dafür weitgehend umsonst und leicht chaotisch. Die Evolution dieses Treffens nennt sich heutzutage ‘Sunburnt Christmas‘, kostet Eintritt und ist straffer durchorganisiert als ein Pfadfindercamp im Oberbayrischen.

… Miss Santas haben ebenfalls nix zu verschenken
Wer sich zb erst am 25.12. in die Festivität einkauft, zahlt fast 10 $ mehr, dazu je vier pro Bier – das allerdings nur von 1 bis 3 (mittags) ausgegeben wird. Bring Your Own verboten. Oh, freie unbeschwerte Jugend … wie schön, mal so richtig lässig feiern zu können; au weia. Kein Wunder, dass viele Backpacker für x-mas inzwischen Nachbarstrand Coogee vorziehen.
Abgelegt unter : Am Strand, Ein Jahr in Australien, Feste feiern | Mit Tag(s) versehen: Santa, x-mas | 4 Kommentare »
Veröffentlicht am Dezember 17, 2009 von Julica Jungehuelsing
Frische Farbe gibt der junge Herr rechts im Foto seit ein paar Tagen der Strand- Promenande am südlichen Ende von Bondi. Mit kleinem aber feinem Grafittiteam französischer Herkunft arbeitet er an seinem herrlich unabstrakten ‘Big Papa Santa’. *
Die drei Sprayer gehen dabei lässig, gut gelaunt und mit viel künstlerischer Freiheit an die Arbeit: Bislang haben sie den Weihnachtsgeschenkelieferanten vom Nordpol mit kubanischem Rauchwerk, australischem Bier und hiesigem Sportgerät versorgt.
Wie üblich ist er für die Jahreszeit hier unten eindeutig zu warm gekleidet. Aber das Werk ist noch nicht fertig. Links und rechts stehen Big Santa zwei Damen zur Seite, an denen noch Details verfeinert werden. Miss Santas Garderobe passt wie ich finde übrigens deutlich besser zu den Temperaturen (eben war’s so um die 29 Grad) als die ihres Partners.
* Ps: Ich hab keine Ahnung, ob Spraykunst jetzt auch auf der Liste der Mangelberufe steht und die Jungs als skilled migrants eingeflogen wurden, aber ist sicher eine Recherche wert, kümmere ich mich drum, sobald es kühler wird.
Abgelegt unter : Am Strand, Kunst | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, Graffiti | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am Dezember 4, 2009 von Julica Jungehuelsing

Muskeln fürs ganze Jahr © 2009 North Bondi Life Saving Club
In einem Lebensziel sind sich viele Australier, besonders die in Sydney ansässigen, einig: Sie wollen ständig neue, größere Häuser (schön müssen die nicht sein, aber groß), wenn möglich “mit Blick”. Das gilt nicht nur für Personen, sondern auch für Vereine, vor allem in den baggerfreudigen Eastern Suburbs (Bondi und Umbegung). Da zieht natürlich auch der North Bondi Surfclub mit, der sich zwar in Sachen Lage kaum verbessern kann, dafür aber, zugegeben, im zweithässlichsten Bau am Strand residiert.
Da so ein schickes, neues Domizil natürlich tüchtig Geld kostet, müssen die Vereinsmitglieder ran: Seit ein paar Jahren sind sie gebeten, neben der Lebensretterei Moneten fürs neue Clubhaus einzutreiben. Nur: Alle Funruns und Grillwürstchenbratereien der Welt bringen die sechs Millionen fürs neue Vereinshaus offenbar nicht zusammen. Daher trommelte der Club vor ein paar Monaten die bestgebauten Lifesaver zusammen und ließ sie für einen hochglänzenden Wandkalender posieren.

gebeugt von der Last der tube © 2009 North Bondi SLSC
Oh làlà, heiße Sache das. Während der Aufnahmen wurden die hot shots mitunter sogar Passanten zu heikel (Freizügigkeit ist an hiesigen Stränden eher unbeliebt). Behörden wurden alarmiert, Fotosessions unterbrochen – da war allerhand los. Nicht zuletzt ist Pedro Virgil, der Fotograf des Werks, dafür berühmt, Körper gerne mit viel Öl, noch mehr Sixpacks aber weniger Kleidung in aufregendes Licht zu setzen. Eins vorweg: keiner der abgelichteten Rettungsschwimmer “really got his gear off” wie es in OZ-Slang heißt (die Mädels auch nicht). Was heisst: die zwölf Monate sind komplett jugendfrei. Wer also noch ein orginelles Weihnachtsgeschenk sucht, der Kalender des North Bondi Surfclubs ist auch online bestellbar. Auf der Webseite gibt ein ‘Making of movie’ einen Vorgeschmack auf den Inhalt. Ich finde, er ist ja mehr was für Boys, aber das kann natürlich täuschen.
Abgelegt unter : Am Strand, Geschmackssachen, Sport, insight Australia | Mit Tag(s) versehen: North Bondi Surfclub | 3 Kommentare »
Veröffentlicht am November 30, 2009 von Julica Jungehuelsing
Schön, wenn man sich mal auf eigene Augen und Freunde verlassen kann. Der weiße Hai, der Samstag aus den Netzen vor Bronte gefischt wurde, hatte Medienkollegen zufolge nämlich die unterschiedlichsten Größen und Formen. Mal war er 2 Meter lang (Sun Herald), mal 3,5 Meter (Skynews). Die einen behautpteten, er sei just verendet, andere der Fisch hätte seit Tagen im Netz gehangen. Gewiss ist: er war groß und er war tot. Meine Tamarama Ocean Swim Freunde und Tamarama-Surfclubbies, die ihn nicht nur entdeckt, sondern auch genauer angeguckt haben, meinten, der Great White er sei seit Tagen tot und ziemlich angefressen gewesen. Sicher ist auch: Die Netze, die Bronte (wie Bondi) vor Haien sichern sollen, wirken offenbar zuweilen. Auch wenn sie nach wie vor umstritten sind. Umweltschützer kritisieren, sie töten die Fische, schützen aber nicht Schwimmer, da sich die meisten Haie auf der Strand- nicht der Meeresseite im Netz verfangen (sic!) …
Zwischen Great Whites kraulen wir ja wirklich weniger gern herum. Aber wahre Fans des ersten ‘Ocean-Swims‘ der Saison bremste das nicht aus. Am Nachbarstrand Coogee schwammen wir Sonntag mit über Tausend anderen rund um Wedding Cake Island, auch eine Gegend, die sich zuweilen etwas “sharky” anfühlt. Schöne Woche!
Abgelegt unter : Am Strand, Tierwelt | Mit Tag(s) versehen: Bronte, Coogee, Hai | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am November 25, 2009 von Julica Jungehuelsing
Ich weiß, diese Woche reden wir reichlich viel übers Wetter, aber das sah wirklich zu eigenwillig aus heute Morgen: Eine dicke, flusige Nebelwolke hüllte Bondis Ben-Buckler-Ende ein, während sonst eitel Sonnenschein Schutzfaktor 30 verordnete.
Mag sein, dass die pazifischen Wettermacher mit den jüngsten Hochtief-Schwankungen nicht klar kommen: 40 Grad am Sonntag, 20 Montag und Dienstag… da plustert dann vielleicht so ein Wolkenmacher mal feist die Backen und lässt eine Prise Nebel runter. Oder so. Die Surfer am Südende hatten derweil klare Sicht auf die Wellen.
Ps: Der “Ertrunkene” Tourist vom Sonntag war übrigens ein 29-Jähriger Italiener, dessen Bierkonsum offenbar Ohren und Augen arg lädiert hatte: Laut Polizeibericht kam Signor Cervini nach Bad und Bummel durch Bondi zurück zum Strand, um zu sehen wo seine amigos bleiben und, so der Herald, “bemerkte die Suchaktion nicht”. Wer zwei dezibelkrachende Hubschrauber und 16 Polizisten am von Scheinwerfern hell erleuchteten Strand nicht sehen/hören kann, sollte ein paar Tage Pause mit dem Gerstensaft einlegen. Oder eine Weile auf Sambuca umsteigen, der soll ja mit Kaffee zusammen erweckend wirken …
Abgelegt unter : Am Strand | Mit Tag(s) versehen: Bondi, Wetter | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am November 23, 2009 von Julica Jungehuelsing
und so sah das dann in Bondi aus. War wirklich kaum mehr Liegefläche frei am Sonntag. Ich tippe, gegen vier wurden nur noch Stehplätze vergeben. Das Wasser mit 20 C war der angenehmste Aufenthaltsort. Noch spät abends wehte heißer Wind über 30 Grade durch glühende Straßen, ehe gegen halb eins der ersehente Southerly change Abkühlung brachte, finally. Ein paar Touristen wollten so lange offenbar nicht warten und warfen sich im Stockfinstern in die Fluten. Das löste eine Suchaktion aus, die auch den Rest des Stadtteils bis gegen Mitternacht wachhielt.
Zwei Helikopter mit Suchscheinwerfern kreisten für Stunden über der Bucht um einen Schwimmer zu finden, der (so sein Kumpel zur Polizei) nach dem Nachtbad nicht wieder aus dem Wasser gekommen war. Ziemlich laut und dramatisch das Spektakel: Oben ratterten Hubschrauber, unten rotierten Ambulanzen, Feuerwehr, Polizeiboote…. Der vermeintlich Ertrunkene saß derweil längst wieder auf dem Sofa. Wir lernen: Nachts schwimmen gehen? Hm, mittel gute Idee. Wenn doch, sagt man vielleicht Bescheid, wenn man genug hat und heim schlendert? Heute ist es übrigens 21 Grad und man kann wieder ein bisschen denken. Hoffe, das geht auch dem “Vermissten” so. Schöne Woche!
Abgelegt unter : Am Strand | Mit Tag(s) versehen: Hitze | 1 Kommentar »
Veröffentlicht am November 20, 2009 von Julica Jungehuelsing
So schön schwarz ist der Himmel nur wenn, wie eben, ein kleines Gewitter durchzieht, die Luft ein paar Grade abkühlt und dann von hinten wieder die Sonne durchlugt. 30 Grad war’s schon heute morgen, gegen mittag dann selbst in Bondi eher so um 35. Am Wasser ist das ganz gut auszuhalten. Im Westen der Stadt weniger, weil es dort noch ein paar Grade heißer ist und die Meeresbrise fehlt. Samstag soll es um 40 Grad werden – Das ganze ist dann der heißeste November seit die Statistiker angefangen haben, Temperaturen zu messen. Ok, für heute ist Feierabend, der Laptop macht sehr verdächtige Ventiliergesräusche …
Abgelegt unter : Am Strand | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, Hitze | 3 Kommentare »
Veröffentlicht am November 11, 2009 von Julica Jungehuelsing
Das ist jetzt ja mal eine Zahl, die mich überrascht: Nicht “doofe Touris”, kleine Mädels oder Beckenrandschwimmer ertrinken an hiesigen Küsten am häufigsten, sondern: australische Männer zwischen 30 und 39. Ach was? Ja, ehrlich! Die Lebensretter von Surflifesaving Australia haben nachgezählt und heraus gefunden, dass 88 Prozent aller im Meer Ertrunkenen in der vergangenen Saison Männer waren, die meisten davon Dreißiger. “Arroganz, Bravado und Überschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten sind eine tödliche Kombination”, sagte Matt Anderson von SLSA zu der Zahl und rät seinen Geschlechtsgenossen: “Männer müssen lernen, ihre Grenzen besser einzuschätzen” (mein Reden…;-). Insgesamt ertranken in der vergangenen Saison 94 Menschen an den Küsten, davon übrigens niemand zwischen den rot gelben Flaggen, die an bewachten Stränden sichere Bademöglichkeiten markieren.
Außerhalb jener Flaggen können rips genannte Strömungen Schwimmer aufs Meer hinaus ziehen. Wer unsicher ist, was ein Rip ist oder aus anderen Gründen Lust hat, etwas über Schwimmen an schwierigen Stränden zu lernen, sollte sich ein paar Minuten für Dr. Rob Brander’s Film nehmen. Der auch Professor Rip genannte Wellenkundler hat in Bondi und Tama ein Video gedreht, das Strömungen erstklassig zeigt – und erklärt, wie man mit ihnen umgeht. Watch it!! Der Clip macht auch ohne “Lehraspekt” Spaß. Und vielleicht haben die Zigtausend freiwilligen und hauptamtlichen Lifesaver dann ja diese Saison etwas weniger zu tun. Letztes Jahr zogen sie über 23 000 Leute aus den Fluten. Wer noch genauer über Strömungen Bescheid wissen will, findet auf Branders Science of the Surf – SOS- Seite übrigens noch mehr wirklich spannende Infos zu Wellen und Meer. Auch überraschende, promised!
Abgelegt unter : Am Strand, Ein Jahr in Australien | Mit Tag(s) versehen: rip, Surf | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am November 9, 2009 von Julica Jungehuelsing
Nur eine Woche bleibt uns die Kunst auf Klippen und Strand noch erhalten, und am Wochenende sahen wir in Bondi dann, logisch, so eine Art Massenpilgerung über den ohnenin nicht unbeliebten Küstenwanderweg.
Ich bin immer wieder beeindruckt, wie sportliche locals glauben können, dass es eine gute Idee wäre, sich auch an solchen Tagen zur gewohnten Uhrzeit zu ihrem regelmäßigen Jogging von Bondi nach Bronte aufzumachen. Nee, nee, das denk ich mir jetzt nicht aus, das versuchen die wirklich. Und quälen sich dann im mehr-Stop-als Go-Tempo durch die Horden. Muss sich ungefähr so befreiend anfühlen, wie in einem Reisekoffer Skateboard zu fahren. However.
Die Skulptur von Greg Johns rechts fand ich schon beim Aufbau mit Meerblick und Segelyacht im Hintergrund klasse. Auf meinem Massenfoto (s.o.) hab ich eben entdeckt, dass sie von weitem völlig anders aussieht. Wahrscheinlich hat sie deshalb den bedeutungsreichen Namen pattern III. Oder weil es sie dreimal gibt und je 87500 AUS $ kostet (falls das Kunst – & kaufinteressierte Beachblogleser interessiert ;-) Die bunten Fahnen sind übrigens von einem Argentinier, Alejandro Propato, und ich weiß jetzt schon, dass wir das herrliche Geflatter ab nächste Woche schwer vermissen werden.
Auch sonst hatte Bondi es am Wochenende wieder rasant in sich. Mein liebster Fleck war am Samstag ein paar Stunden lang der Rasen im Süden. Da lief sich die Single Fin Surf Competition der Bondi Boardriders warm. Mit nur einer Finne (in eher mäßigen Bedingungen) gut zu surfen ist dabei die eine, gar nicht so einfache Sache. Die anderen sind: laut angezogen sein, den Könnern im Wasser zu applaudieren und sich unter einer Open-Air-Glamourkugel kugelig zu amüsieren. Dabei ist irgendwie alles sehr retro (genauer: sehr 1970s) und zur Abwechselung muss man weder 1500-$-Baby-Trolleys bestaunen, noch sich Sorgen um Geschmack, Kleidung oder Frisur machen ;-) Obgleich Bondi u n d Wochenende ist. Alles ist erlaubt. Herrlich! Schönen Montag allerseits! 
Abgelegt unter : Am Strand, Feste feiern, Geschmackssachen, Kunst | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, sculpture by the Sea, Surf | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am November 5, 2009 von Julica Jungehuelsing
Die Kunst hatte Pause heute im Beachblogbüro, dafür gab es Action, Profisurfer zum Anfassen und, ok, auch recht kunstvoll modelliert: die Skulptur eines harpunierten Wals am Strand. Der Wind blies onshore, es regnete ein bisschen, aber gut 100 Surfer paddelten trotzdem am Ben Buckler Ende des Strandes raus, um Dave Rastovich willkommen zu heißen.
Der Profisurfer und sein Team stachen vor gut einem Monat in Byron Bay zu einer epischen Paddeltour in See und folgten mit ihren roten Kajaks den nach Süden wandernden Buckelwalen. Die Idee: dabei gegen deren Gefährdung und Abschlachten zu protestieren. Die Bilder die unterwegs entstanden sind auf der Transparent Sea Seite veröffentlicht, klick lohnt sich, sie gehören zu den beeindruckendsten, die ich in letzter Zeit von auftauchenden Walen gesehen habe (die surfenden Delfine sind auch großartig).
700 Kilometer weiter südlich landeten Rasta und sein Team also heute Morgen in Bondi, wo wir sie surfend und begleitet von Kamerasirren, Helikoptern und Medienwirbel begrüßten. 24 000 Delfine und 1000 Wale töten allein Japans Walfänger jedes Jahr. Rasta und Team wollten mit ihrer Paddel-Segel-Surf-Kajaktour (selten so geniale Gefährte gesehen) unter anderem Australiens Regierung an ihr Versprechen erinnern, das nicht mehr hinzunehmen.
Als Surfer for Cetaceans agieren sie auch sonst für den Schutz der Meere. Nebenbei gab Rasta den Medien noch ein paar warme Worte zum Thema Müll im Meer und an Stränden mit auf den Weg. Zwischen Byron Bay und Bondi hatten die Paddler absurde Mengen Plastikflaschen und Tüten im Ozean und an der Küste gesehen. Nicht wirklich überraschend: Hier wird einem nach wie vor an jeder Ladenkasse jeder Schokoriegel in Extraplastik gestopft wenn man nicht aufpasst. 3,9 Milliarden (wow, was für eine Zahl) Tüten schleppen 21 Mio Ozzies pro Jahr nach Hause. Ex-Midnight-Oil-Sänger Peter Garrett, hat zwar mal kurz erwogen, was dagegen zu tun. Passiert ist nix, schade eigentlich, wo er als Umweltminister ja eventuell was zu sagen hätte und 8 von 10 Australiern gegen den Plastikwahn sind… Äh, wie kam ich jetzt noch gleich von den Walen zu den Tüten? Ach ja, genau: das Meer, da (ver)enden sie eben früher oder später alle. Reichlich Zahlengut für einen normalen Donnerstag, ich weiß, in den nächsten Tagen gibt’s dafür wieder einen Blick auf relativ unpolitische Klippenkunst, versprochen.

Beachblogreporter beim warm-up © POH
Abgelegt unter : Am Strand, Tierwelt | Kommentar schreiben »
Veröffentlicht am November 3, 2009 von Julica Jungehuelsing
Ein Pferd namens Shocking hat vorhin den Melbourne Cup (auch bekannt als ‘The Race that stops a nation’) gewonnen. In der Tat stoppten die meisten fast alles und feierten Wettgewinne oder ertränkten Frust über -verluste. Insgesamt verspielten Australier heute schlappe 150 Millionen AUS $. Ab dafür. Was mich bei dem Rennen immer fasziniert ist, wie ein so ernsthaftes Millionen-Unternehmen Tiere mit so albernen Namen produzieren kann: Shocking hieß also der Sieger, als zweites Pferd rannte “Crime Scene” ins Ziel. Ein Galopper hieß wahrhaft Alcopop. Mon dieu.

Sexy: Ein Strand wird Mülleimer © jj
Später am Strand waren dann all die Namen wiederzufinden. Seit Waverley Council beschlossen hat, dass Strandgänger irgendwie alle irre umweltbewusst sind und keine Abfalleimer brauchen sieht die beliebteste, sandige Müllkippe des Kontinents gerne aus wie auf dem Bild oben: eine Shocking Crime Scene full of Alcopops. Ok, ok, das war ein Scherz mit Doppelaxel? Stimmt, aber ich konnte mich einfach nicht beherrschen ;-)
Abgelegt unter : Am Strand, Feste feiern, Sport, Tierwelt | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach | 3 Kommentare »
Veröffentlicht am November 1, 2009 von Julica Jungehuelsing

wenn das mal gut geht...
Kurz dachte ich gestern, es könnte auch eine Marketing-Idee sein: Hose aus, Hose an, Hose aus. Aber die Skulptur-Ausstellung wird auch ohne derlei Tricks von ihrer eigenen Beliebtheit überwältig. Sie braucht wirklich keine Extra-Werbung. Zuletzt wurde dem Künstler das ganze Theater zu blöd. Gestern früh gegen 7.30 zog jedenfalls Paul Trefry seinem Little Boy Lost die Badehose wieder aus, säuberte die überlebensgroße Skulptur und ließ der Dinge ihren Lauf. “Die ganze Geschichte ist doch total albern”, meinte Trefry zum SMH. “Wir werden langsam zu einer Gesellschaft in der alles und jedes zensiert wird.” Dann empfahl er noch jenen, die ein Plastikgenital irgendwie irritiert, einfach nicht drum rum zulaufen, sondern es nur von hinten anzusehen. Die meisten Kunstspaziergänger taten das Gegenteil: Little Boy wurde rasch zum begehrten Foto-Partner. Wir bleiben dran.
Oder um es mit der eye sea you Skulptur von Tim & Shayn Amber Wetherell zu sagen: Ich halt die Augen offen…

Abgelegt unter : Geschmackssachen, Kunst, insight Australia | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, sculpture by the Sea, Tamarama | 1 Kommentar »
Veröffentlicht am Oktober 30, 2009 von Julica Jungehuelsing
Sehr, sehr blauer Himmel heute, extrem angehme 25 Grad. Wer’s gut hat, schwimmt an so einem Tag mit 20 oder mehr Delfinen in Tamarama (mit echten, keine Plastiken und Badeanzüge hatten die auch nicht an), studiert mit den Zehen die Körnigkeit des Sandes oder holt sich wenigstens einen frühlingshaften Mini-Sonnebrand auf die Ohren. Kurz: der 30.10. war hier unten überhaupt kein Tag für den Schreibtisch.
Mir hat trotzdem leider und seltsamerweise niemand frei gegeben, und der gegen Entgeld zu produzierende Wortbrei benimmt sich zäh. Daher nur schnell einen Blick auf den Hügel an Bondis Südzipfel: Da rotiert die Skulptur Morpheus des Neuseländers Phil Price so ungemein elegant im Wind, dass ich es schnell teilen musste. More soon, back to work.
Abgelegt unter : Am Strand | Mit Tag(s) versehen: Bondi Beach, sculpture by the Sea | 2 Kommentare »
Veröffentlicht am Oktober 29, 2009 von Julica Jungehuelsing

Little Boy Lost © jj
Nackt ist in Australien nach wie vor, sagen wir = schwierig bis skandalös. Selbst wenn es um einen etwa dreijährigen Nackedei am Strand geht, äh, sorry: einen Dreijähriger aus Plastik am Strand. Der ‘Little Boy Lost’ Skulptur, Paul Trefrys Beitrag zur Sculpture by the Sea 09 in Tamarama, wurde jedenfalls eine Badehose verpasst. Und zwar noch ehe sich jemand über “shameless nudity” beschweren konnte. Wenn das nicht das schönste Beispiel für die gute alte Schere im Kopf ist! Ausstellungs-Organisator David Handley: “Manche Besucher könnten den Anblick anstößig finden, und wer weiß, wenn Familien kommen was die dann denken.” Ja, wer weiß schon, was Familien so denken…
Aber wer je gesehen hat, wie Australierinnen nach dem Schwimmen ihre trockene Klamotten über nasses Badezeug ziehen – nur um zu vermeiden, sich etwa hinterm Handtuch oder in der Umkleide aus- und anziehen zu müssen wundert sich nur ein ganz bisschen über derlei Prüderie im 21. Jahrhundert.
Wer sich in Bondi oben ohne sonnt, ist auch auch im Sommer 2009 mit 99 prozentiger Garantie eine europäische Touristin. Such is life. G-String-Bikini, Dekolletee bis zum Nabel und Super-Miniröcke abends in der Bar sind völlig ok. Nach dem Schwimmen im Schutz der Umkleide indes nackt zu duschen deutlich dubios. Bin gespannt, wie oft der arme Lost Boy in Tamarama (wie er ohne aussieht kann man übrigens hier sehen) seine Speedos in nächtlichen Scherenattacken verlieren wird.
Stephen King’s acht Damen aus Holz im Mark’s Park zwischen Tama und Bondi dürfen noch ohne Bikini über die Klippen gucken. Mal sehen wie lange das gut geht.

Abgelegt unter : Am Strand, insight Australia | Mit Tag(s) versehen: Lost Boy, nackt, sculpture by the Sea | 3 Kommentare »
Veröffentlicht am Oktober 28, 2009 von Julica Jungehuelsing
Sie sind - fast fertig – die 100 Skulpturen, die in den nächsten 2 Wochen zwischen Tamarama und Bondi für eine Massenpilgerung zur Open Air Kunst sorgen werden. Sculpture by the Sea 09 in Bondi fängt zwar erst morgen offiziell an, aber ich musste unbedingt heute eine kleine Blitzkostprobe nehmen.
Hat sich gelohnt. Es wurde noch ganz schön hart gearbeitet und gewerkelt auf den Klippen, Kunst bemalt, Kunst ausgepackt, Kunst im Wasser versenkt – Aber dabei zuzusehen macht eindeutig auch Spass.
Im Tamarama Park nippten unter dessen künftige Käufer / Sponsoren / Honoratioren schon mal am französischen Champagner. Und ich bekam wie üblich nicht die Finger vom Auslöser. klicklicklick.
Also, tant pis und sorry schon mal an alle Skulpturenhasser in der geneigten Beachblog-Leserschaft: In den nächsten Tagen gibt’s noch mehr Kunst am Meer! (Dann liefere ich auch ein paar Namen von Künstlern nach, es sind wirklich geniale Sachen zu sehen!)

Abgelegt unter : Am Strand | Mit Tag(s) versehen: Bondi, sculpture by the Sea, Tamarama | 6 Kommentare »
Veröffentlicht am Oktober 26, 2009 von Julica Jungehuelsing
Europa hat vor gestellt und OZ unlängst zurück (oder umgekehrt?), auf jeden Fall ist es jetzt in Bondi länger hell und in Berlin früher dunkel. Deshalb ist es in Sydney jetzt 10 Stunden später als in Stralsund, und wer immer noch nicht weiß, was die Stunde geschlagen hat, guckt auf der Weltzeituhr nach. Das lokalpatriotische Zeitmessgerät oben stammt übrigens aus dem kultigen Remo Laden an der Bondi Road, der kurioseste Dinge verkauft, vor allem aber verschickt.(‘Remo war schon online ehe es www gab’). 
Allerdings wechselt das Sortiment ständig, nicht zuletzt weil Leute Sachen selbst entwerfen können, und ob’s die schicke Bondi-Wand-Uhr immer noch gibt, weiß ich nun wirklich nicht. Aber dafür haben Laden und Webseite reichlich Shirts für Bondi-Fans und andere Leute, die den Schriftzug ihres liebsten Strandstadtteils – auch Bronte und Tamarama sind im Angebot – gern auf der Brust tragen. Die Rückseite ziert jeweils, logisch, die heiß begehrte Postleitzahl…
Abgelegt unter : Ein Jahr in Australien, insight Australia | Mit Tag(s) versehen: 2026, Bondi, Lokalpatriot | Kommentar schreiben »