Julica in Bondi

Bondi Beach Stories – Lesen & Entdecken

Winterwellen, Radlerwahn

Weniger als 5 Grad ℃ war es Sonntag früh. 4 ℃ morgens um 7 sind verflixt kalt. Winter eben. Aber es muss ja auch eigentlich niemand wochenends in dieser Jahreszeit aus dem Bett springen. Oder? Offenbar schon: Die Scharen von Leuten die samstags und sonntags in Bondi und Umgebung deutlich vor 7 Uhr das Weite suchen, sind beachtlich. Und unübersehbar. Sie ziehen sehr farbenfrohe, sehr eng anliegende Kleidung aus Lycra an, besteigen sündteure Rennräder und fegen durch die dann autofreien Straßen. Denn sie fahren nicht allein und brauchen daher Platz. Viel Platz. Gut gelaunt treffen sie sich um 5.30 Uhr mit etwa 200 anderen, ebenso fröhlich gekleideten Radlern und spielen ‚Tour de Down Under‘ gen Wollongong. Oder strampeln sonst wohin. Ehrlich. Sollte ich je um die Uhrzeit schon eine Kamera bedienen können, liefere ich optische Beweise nach.

Bronte, Sonntag nachmittag © Jungehülsing

Bronte, Sonntag nachmittag © Jungehülsing

Aber ‚gut gelaunt‘ und ‚5.30 Uhr‘ geht für mich schwer zusammen. 8 Uhr? Gerne. 6 Uhr? Wenn was richtig wichtig, der Sonnenuntergang unschlagbar, Sommer ist und überdies großartiger Swell lockt? Eventuell. Aber abgesehen davon sind mir Massensportarten (auf jeden Fall solche mit mehr als 11 Beteiligten pro Team) etwas suspekt. Ich fahr‘ gerne Rad. Im Hunderter-Pack in die Pedale treten klingt allerdings für mich in etwa so attraktiv wie mit 80 Leuten um 5 Wellen zu streiten. Aber ist ja ein freies Land, in dem keiner zu nix gezwungen wird. Daher habe ich beschlossen, ab sofort auch kein Mitleid mehr zu heucheln, wenn Freunde sagen, sie müssten morgens früh raus (seufz) radeln. Um 5? Go for it! Meine gequälte Bewunderung bleibt mit mir unter den Daunen. Gefühlte Temperatur 35 Grad. Herrlich.

Wo wir gerade bei den Celsiuswerten sind: Das Wasser wird auch kühler, der Pazifik hat etwa 15 bis 16. Das geht noch, immerhin zwölf mehr als erwähnte 4 Grad. Wenn gleichzeitig die Wellen so brechen wie Sonntag in Bronte (siehe Foto oben) spürt man die Kälte eh erst beim Rauskommen. Wunderbar. Und im line up trägt keiner neongelbes Lycra mit pinkfarbener Telefonfirmen-Werbung. Bislang jedenfalls.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Juli 7, 2009 von in Am Strand, seltsam aber wahr und getaggt mit .

Wie spät …

… ist es eigentlich gerade in Sydney? Die Weltzeituhr gibt Antwort!
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