Julica in Bondi

Bondi Beach Stories – Lesen & Entdecken

Wellen, aber nur mit Show

Alle starrten auf die Wellen. Aber nicht deshalb. Schon irre, wie groß dann doch wieder die Welt ist. Ich hatte gedacht, eigentlich müsste nach Tsunami-Warnung und Beben in Japan alle ständig Nachrichten gucken und/oder wenigstens etwas nervös beim  Anblick des Horizonts voller Wasser sein. Aber nix da, Bondi ist wie immer katastrophen-resistent (oder -ignorant…) not so sure. Man hockte im heißen Sand und schaute jungem Surftalent zu. Anlaß war die Boost mobile Surf Sho,(kein Schreibfehler, das schreiben die so: Sho. hm. Muss kurz loswerden wie ich derlei hasse ohne richtig zu wissen warum: Sho statt Show, mart statt market, SupaCenta, brr statt brrrrr – ist das eigentlich Twitterduitsch, äh, -english?)  Also wie gesagt, für dieses open air Erlebnis mit viel Surftalent im Wasser wurde seit Tagen die Hälfte des Strandes mit Gittern und Balustraden und (ja logisch, den unvermeidbaren) Mietkloos bebaut. Sponsorenterassen entstanden, dazu mehr Zelte und Zäune als im Zoo. Kein Quatsch.

Logisch, dass sich das auch die Damen und Herren von der Polizei nicht entgehen lassen wollten: Sie ritten stilvoll, nein keine Wellen, Pferde…

Die Wogen brachen. Nicht groß aber surfbar. Und das Drama in Japan und Umgebung? Mir kam’s beim Blick auf die Massen einen Moment lang so vor, als würde es nicht ein paar Tausend Kilometer weiter nördlich passieren, sondern auf einem anderen Planeten.

2 Kommentare zu “Wellen, aber nur mit Show

  1. Lena
    März 13, 2011

    Über die Art und Weise, wie locker die Leute hier mit Katastrophenmeldungen umgehen, wundert sich wohl jeder Europäer. Aber vielleicht lernt man in einem Land, in dem Überflutungen, Cyclone und Waldbrände keine Seltenheit sind (wenn auch nicht immer in dem Ausmaß der letzten Monate), daß es für die eigene Psyche besser ist, solche Dinge als Tatsache anzusehen und zu reagieren wenn es notwendig ist, anstatt sich ständig davor zu fürchten oder zu jammern, wie schrecklich und tragisch alles ist.
    Ich kenne Menschen, die dieses schöne Land nie betreten werden, weil sie Angst vor Gifttieren etc. haben. Wenn Aussies eine solche Einstellung hätten, müßten alle hier wohl etwas verrückt werden (obwohl, das würde so einiges erklären… ;-)).
    Grüße aus Glebe,
    Lena

    • Julica Jungehuelsing
      März 15, 2011

      Seh ich komplett genauso, Lena. ich find’s auch meist eher angenehem wie Australier eher pragmatisch als chaosstiftend sind. macht ja keinen Sinn. Wenn ich mir spons sensationsgeile Berichterstattung zu Japan ansehe wundert mich auch nix mehr. Auch nicht wieso manche Deutsche bei mir immer erst unter die Klobrille gucken ob da nicht eine funnel web spider nistet…
      Nur an dem Tag, am Samstag, kam mir Bondi so extrem heile Welt vor… und all die winzigen Wellen….
      Schöne Grüße aus Christchurch, (gestern gab’s hier 3.8 auf beliebter Richter Skala, für die locals ein Pappenstil so ein nachbeben, mich als earthquake neuling hat es ordentlich beeindruckt: laut, ruckelig und unheimlich. Aber ich habs mir nicht anmerken lassen… also, fast nicht…
      cheerio Julica

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am März 12, 2011 von in Am Strand, insight Australia, Sport und getaggt mit , , , .

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… ist es eigentlich gerade in Sydney? Die Weltzeituhr gibt Antwort!
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