Julica in Bondi

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Unter Wasser schießen verboten

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Angeln und mit Harpunen schießen oder Schnorcheln und Staunen? Derzeit darf man an der Küste zwischen Innenstadt und Watsons Bay bis nach Bondi und Coogee alles gleichzeitig. Eine Gruppe von Tauchern und Ozean-Schützern will jetzt erreichen, dass wenigstens ein kleiner Teil der Unterwasserwelt in „no take“-Zonen umgewandelt wird. Sage und schreibe 2 Prozent der Küstenabschnitte hätten die Bondi Mermaids gern zu fischfangfreien Zonen erklärt. Ein dennoch relativ heikles Ziel, denn Angler lassen sich hier unten (wahrscheinlich sonstwo auch) nicht gern sagen was sie wo dürfen. Und sie argumentieren, die kleinen Schutzgebiete hätten eh keinen Effekt. In Manly allerdings hat sich die kleine Cabbage Tree Bay offenbar gut entwickelt seit sie geschützt wird.

und noch ein Unterwasserfilm, diesmal: Blue Groper

Ich kann nicht beurteilen, welchen Effekt ein paar fischfangfreie Zonen rund um unsere Strände hätten. Was ich aber genau weiß ist, dass ich nicht möchte, dass jemand „unseren“ Blue Groper (siehe Film der Mermaids), den ich ständig beim Schwimmen in Nordbondi sehe, mit einer Harpune erlegt.

Abgesehen davon ist, um ein etwas traurigeres Kapitel zu erwähnen, das Geangel von den Felsen aus sowieso ein verdammt riskantes Vergnügen. Heute morgen haben sie schon wieder die Leiche eines Rockfisherman gefunden, der vor ein paar Tagen nahe Merimbula von den Klippen gerutscht war. ‚Rockfishing‘ steht in NSW an zweiter Stelle in der unschönen „Tod durch Ertrinken“ Statistik. Also: take it easy, geht lieber schnorcheln und Staunen, als beim Fischfang von glitschigen Felsen gespült zu werden. In Clovelly und Gordon’s Bay gibt’s angeblich sogar noch Seepferdchen.

6 Kommentare zu “Unter Wasser schießen verboten

  1. David
    Februar 8, 2012

    Wow, das ist ja eine faszinierende Unterwasserwelt. Ich dachte um sowas zu sehen muss man ans Great Barrier Reef.
    Und man darf dort wirklich überall fischen und schnorcheln gleichzeitig?
    Stell ich mir ja gefährlich vor. Nicht das ein schnorchler mal „anbeisst“ :)

  2. Julica Jungehuelsing
    Februar 8, 2012

    hi, genau, aufpassen keine Haken zu atmen ;-)
    aber rund um Sydney kannst du bei den richtigen Bedingungen auch allerhand tolles erschnorcheln, zum Appetitmachen guck mal in den Blog von neulich über Underwater Sydney: https://julicainbondi.wordpress.com/2011/09/06/unter-wasser-in-sydney/
    cheerio jj

  3. Philip
    August 27, 2012

    Hallo Julica,
    in NSW ist es illegal Groper mit der Harpune zu erlegen. Dieses Gesetz wurde interessanterweise 1969 von der USFA/AUF(Verband der Spearfisher) ins Leben gerufen. Spearfisher stellen daher keine Bedrohung für die Bestände der Groper da. Leider gibt es ab und zu Idioten, die wissentlich oder nicht, das Falsche tun, was traurig ist. Nicht nur der freundlichen und neugierigen Groper wegen, sondern auch weil diese kleine Handvoll den Ruf der restlichen verantwortungsbewussten Spearfisher ruiniert.
    (Verantwortungslose Individuen gibt es jedoch in allen Teilen unserer Gesellschaft, von Rasern im Strassenverkehr bis zu Aggressoren im Pub etc…)

    Spearfishen ist tatsaechlich aber eine der nachhaltigsten Art und Weisen zu fischen, da es keinen Beifang gibt und keine ungewollten Arten aus Versehen gefangen werden, wie es bei Treibnetzen und Angeln der Fall ist.
    Ich persoenlich bevorzuge es mir auf natürliche und ursprüngliche Art und Weise mein Abendessen selbst zu fangen, statt wie 99.9% der Bevölkerung mein Fleisch aus dem Supermarkt zu beziehen. Denn der Fisch den ich fange, konnte zumindest vorher unbehelligt durch den weiten Ozean schwimmen und musste nicht für mich ein Leben im Käfig unter übelsten Bedingungen fristen.

    Just my 2c worth ;-)

    P.S: Mein Mutter, die jedes Jahr nach Bondi zu Besuch kommt, ist ein grosser Fan von Deinem Blog

    • Julica Jungehuelsing
      August 27, 2012

      Lieber Philipp, danke! das ist ja mal interessant, dass es die Spearfisher waren, die sich für die Groper einsetzten, wusste ich nicht. Und es ist garantiert genau wie du sagst: ein paar Idioten, die Vereinbarungen nicht respektieren, ruinieren Ruf und Spass für alle übrigen.
      Harpunen-jagen ist ja wirklich eine echte, faire one-on-one-Begegnung und wie du sagst, eine gute Art sich „sustainable“ zu ernähren. Dazu ist Unterwasserjagen ein ganz schön kniffliges Handwerk! Trotzdem könnte es vielleicht ja nicht schaden, wenn’s – zumal in so bevölkerungsreichen Ecken wie Bondi – ein paar Schutzzonen gäbe, so ließen sich dort wenigstens besagte ungeliebte Allesjäger vielleicht noch am ehesten kontrollieren. Not sure. Mein Blog wollte kein Angriff auf die Harpune sein – ist ja nur so, dass die Groper eben oft recht leichte Beute weil so schön zutraulich sind…. Happy diving & fishing! jj

      • Philip
        August 27, 2012

        Danke fuer die prompte Antwort Julica.
        Habe deinen Artikel keineswegs als Angriff auf das Spearfishen verstanden, aber leider sind wir immer wieder gezwungen uns für unsere Art der Nahrungsbeschaffung zu rechtfertigen, da wir viel zu oft als „trigger happy“ Rednecks abgestempelt werden, die nur das Töten zum Spass im Sinn haben. In Wahrheit sind die meisten Spearfisher mehr an der Artenerhaltung interessiert, als der Durchschnittsbuerger, der seine Fischstaebchen aus der Tiefkühltruhe holt. Allein schon ,weil wir in der Lage sein wollen, diese Art des Fischens in Zukunft auch noch mit unseren Kindern und Enkelkindern zu teilen.
        Ich denke die wahre Bedrohung für unsere Meere ist der kommerzielle Fischfang, der leider aber nur von sehr wenigen kritisiert wird.
        Die selben Leute die mir schon oft den Moralapostel gespielt haben, nachdem ich nach drei Stunden Tauchen mit zwei Fischen unterm Arm nach Hause ging, schaeuen sich leider nicht den aus Thailand importierten Fisch bei Coles im Sonderangebot zu kaufen.

        Bezüglich des vorgeschlagenen Marine Parks, höre ich mir gerne alle Argumente an. Aber das ist in etwa vergleichbar mit einem „Auto freien Bondi“ – die Vorteile dafür liegen auf der Hand: mehr Sicherheit für die vielen jungen Familien/Kinder in Bondi, bessere Luftqualität, weniger Lärm, etc. etc. Aber leider birgt es auch erhebliche Nachteile für viele.
        Kein Verbot und kein Schild wird Idioten davon abhalten das falsche zu tun. Wie sich vor ein paar Jahren im Clovelly Rock Pool (Marine Reserve) zeigte, als ein Tourist trotz sämtlicher Schilder und anderer Badegäste mehrere Fische inkl. eines Gropers tötete. Manchen Leuten ist einfach nicht zu helfen und sind leider eine Gefahr für sich und die Allgemeinheit!

        Ich denke in North Bondi/Ben Buckler ist ein hervorragender Kompromiss geschlossen worden, der es ermöglicht Schwimmer und Spearfisher weiter friedlich miteinander auskommen zu lassen.
        Spearfishen ist in Strand-, und Bootsrampennaehe untersagt, und lediglich von Flat-Rock aus gen Meer erlaubt.
        The best of both worlds ;-)

  4. Julica Jungehuelsing
    September 7, 2012

    Hei Phillip, ahh Bondi autofrei ist auch eine super Idee! Traumhaft, mich haben gestern in 5 Minuten zwei Autos (nicht blinkend beim Abbiegen in meine Spur umlegen) wollen. Also: ich bin dabei!
    Und vielleicht ist so eine Fisch-Erholzone in Bondi wirklich nicht sinnvoll, wer weiß. Und sicher ist auch richtig, dass Mega-Trawler, wie der Kahn, den sie grade gen Tasmanien schicken die echten Katastrophen sind. Bin gespannt wie das ausgeht… cheerio Julica

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Februar 8, 2012 von in Am Strand, insight Australia, Tierwelt und getaggt mit , , , , , .

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